Nur etwa 50 Zentimeter lang ist das Urpferdchen, der zierliche Vorfahre unserer Rösser, der sich auf je vier Hufen an den Vorder- und drei an den Hinterbeinen durch die Welt bewegte. Schätzungsweise 50 Millionen Jahre alt ist das Fossil, das Archäologen zusammen mit zahlreichen anderen versteinerten Fischen und Reptilien, Amphibien und Säugetieren aus der Grube Messel nahe Darmstadt zutage gefördert haben. Um diesen Fundus der Wissenschaft wird seit fast zehn Jahren heftig gerangelt, er soll eine Deponie für 25 Tonnen Müll werden. Die Entscheidung „Mülldepo-Ja“ oder „Mülldepo-Nie“ ist offiziell noch nicht gefallen, droht aber zuungunsten der Forschung auszugehen, berichtet die im vorigen Jahr gegründete Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ in ihrer jüngsten Ausgabe (Heft 3/1986, Juli bis September) unter der Rubrik „Der aktuelle Fall“. Das Hochglanz-Farbmagazin, das eine Gruppe von Vor- und Frühzeitforschern in Kooperation mit dem „Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland“ herausgibt, wendet sich mit seinen Beiträgen über Denkmäler, Funde oder Museen nicht ausschließlich an Fachleute, sondern speziell auch ans interessierte Laien-Publikum. Aus historischer Perspektive werden in jedem Heft auch „Bilder aus deutschen Landschaften“ vorgestellt, jedesmal wird überdies ein archäologischer Wanderweg beschrieben, in der jüngsten Ausgabe beispielsweise der Glauberg bei Büdingen. Zu beziehen ist das kenntnisreich zusammengestellte Journal beim Konrad Theiss Verlag (Villastraße 11, 7000 Stuttgart 1) oder im Buchhandel. Der Preis pro Heft beträgt neun Mark, ein Jahresabonnement (vier Hefte) kostet 30 Mark.