Mit leeren Händen

Im Frühjahr wurde eine Forschergruppe unter dem angesehenen Schweizer Historiker Professor Walther. Hofer von Wissenschaftlern und Publizisten aus der Bundesrepublik schwer angegriffen: Eine Inhalts- und Sprachanalyse habe ergeben, daß die von ihm herausgegebenen „Schlüsseldokumente“ zum Reichstagsbrand, die eine Schuld der Nationalsozialisten beweisen sollten, gefälscht seien. Sie stammten angeblich aus dem in der DDR befindlichen Nachlaß des ehemaligen Leipziger Chefredakteurs Richard Breuning, Professor Hofer erklärte seither mehrmals öffentlich, er werde alle Dokumente durch einer unvoreingenommene Instanz prüfen lassen.

Das Bundesarchiv in Koblenz hat nun, nach Abschluß eines Prüfungsverfahrens, Hofer folgendes mitgeteilt: „Die Echtheitsprüfung, soweit es sich um Dokumente über den Reichstagsbrand aus dem Nachlaß Breitning handelt, war vor allem in Ermangelung einschlägiger Originale nicht möglich.“ Auch Nachforschungen in der DDR hatten keine Originale zutage gefördert. Der Präsident des Bundesarchivs, Hans Booms, hat Hofer angeboten, das zur Prüfung eingesandte Material zu verwahren, damit es von anderen Wissenschaftlern eingesehen werden kann. Eine Inhaltsanalyse hatte er abgelehnt. Das Bundesarchiv erteilt Auskünfte nur auf Anfrage: Tel. (02 61) 39 91.

Geheimniskrämer

Für die höchste juristische Instanz der Schweiz liegt eine Verletzung von militärischen Geheimnissen auch dann vor, wenn „keine im Interesse der Landesverteidigung zu wahrenden militärischen Geheimnisse“ verletzt werden. Dieser Dialektik des schweizerischen Kassationshofes mußte sich jetzt der Journalist Rudolf Rohr beugen. Er hatte im März 1984 eine Bildreportage über die damals in einem Militärlager bei Zug internierten Sowjetsoldaten gemacht, die in Afghanistan in Gefangenschaft geraten waren. Wegen angeblichen Geheimnisverrats wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Jetzt muß er zu den 300 Franken Buße auch noch 600 Franken Gerichtskosten bezahlen, denn die höchsten Richter ließen sich weder durch die Tatsache erweichen, daß Rohrs umstrittene Photos inzwischen längst von der Armee zur Veröffentlichung freigegeben wurden, noch beeindruckte sie der Hinweis, die in die Heimat entlassenen Sowjetsoldaten wüßten auf jeden Fall mehr über die Militäranlagen auf dem Zugerberg, als je ein Schweizer Journalist erfahren könnte.

Falscher Goldrausch

Sie strömen in eine steinige Einöde und arbeiten sich mit primitiven Werkzeugen durch das felsige Geröll – schwarze Südafrikaner, die ihren Anteil am scheinbaren Reichtum des Gebietes nördlich von Kranskop in der Provinz Natal sichern wollen. „Umcebu owethu“ – der Reichtum ist unser – ist die Parole der vermeintlichen Goldgräber; was sie finden und vergebens zu verkaufen suchen, ist eine wertlose goldfarbene Eisenverbindung. Geschäftliche Mißerfolge der ersten Möchtegern-Goldgräber haben Nachahmer nicht abgeschreckt. Sie berufen sich auf die prophetische Vision eines Hexenmeisters, auf die Träume eines von Geistern inspirierten Mädchens – ein irrationaler Massenwahn, der sich leicht erklären läßt: Die Armut und Arbeitslosigkeit der ländlichen Schwarzen Südafrikas macht aus den funkelnden Steinen eine schimmernde Verheißung.