Noch im letzten Jahrhundert nahmen die Bewohner der Elbinsel Finkenwerder Stelzen zu Hilfe, wenn es wieder einmal „Land unter“ hieß. Heute ist davon nicht mehr die Rede, die Hamburger Elbinsel wurde trockengelegt. Um eine richtige Insel handelt es sich allerdings nicht, wurde doch die Süderelbe, die Finkenwerder vom Südufer der Elbe trennt, mit einem Deich als Flutschutz abgeteilt. Während des Großteils seiner Geschichte aber lag Finkenwerder vom Wasser umspült im Elbestrom kurz vor der Stelle, wo sich Süder- und Norderelbe wieder zu einem Fluß vereinen – wie auf dem abgebildeten Elbkartenausschnitt Melchior Lorichs von 1568. Der Name Finkenwerder leitet sich vermutlich von den Vögeln ab, die dort in großer Zahl lebten und unter dem Begriff „Vinken“ zusammengefaßt wurden. Eine andere Elbinsel, Neßsand, die nur wenige Kilometer flußabwärts liegt, gilt immer noch als Vogelparadies. „Werder“ selbst bedeutet „Flußinsel“. Heute finden „Vinken“ moderner Art ein Plätzchen auf Finkenwerder: 1936 wurde ein Flugplatz gebaut, dazu eine Flugzeugwerft. Bereits davor hatte die „Deutsche Werft“ auf der Insel ihre Arbeit aufgenommen. Aus dem Fischer- und Bauerndorf wurde nach und nach ein industrialisierter Stadtteil Hamburgs. Vom 29. August bis zum 7. September feiern die Einwohner nun den 750. Geburtstag Finkenwerders mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Auf einer Freilichtbühne spielen Volkstheatergruppen und die „Finkenwarder Speeldeel“, 1906 von den Heimatdichtern Gorch Fock und Hinrich Wriede gegründet, gibt einen Einblick in die einstige Lebensweise der alten Insulaner.

Auskünfte erteilt die Hamburg-Information, Burchardstraße 14, Tel. (0 40) 30 05 00-0.