DOKUMENTE DER ZEIT

Nach Meinung Präsident Reagans haben die nicaraguanischen Contras („Freiheitskämpfer“) keine andere Wahl, als den Sturz der sandinistischen Regierung zu betreiben. Das erläuterte Reagan in einem Interview mit der mexikanischen Zeitung Excelsior. Auf die Frage nach den Zielen der Nicaraguapolitik Washingtons sagte der Präsident:

Wir haben uns neunmal mit den Führern der sandinistischen Regierung getroffen und haben dabei versucht, sie zu veranlassen, sich mit den anderen, die die Revolution gegen Somoza gemacht haben und jetzt die Freiheitskämpfer sind, zusammenzusetzen und zu verhandeln. Denn die Sandinisten haben die Macht ergriffen und dann das, Versprechen gebrochen, das sie gegenüber der Organisation amerikanischer Staaten abgegeben hatten. Danach nämlich wären ihre Ziele, ihre Revolutionsziele, Demokratie, Redefreiheit, Pressefreiheit, Gewerkschaftsfreiheit gewesen, all die Dinge, die eine Demokratie ausmachen. Als die Sandinisten an die Macht gekommen waren, warfen sie aber ihre früheren Verbündeten heraus und errichteten eine totalitäre Regierung.

Und wir haben sie bei diesen neun Treffen immer wieder zu überzeugen versucht, daß sie über die Demokratisierung Nicaraguas verhandeln müßten, auf die sie sich vorher verpflichtet hatten. Jedesmal waren die Freiheitskämpfer in Übereinstimmung mit uns bereit, die Waffen niederzulegen, um sich an den Verhandlungstisch zu setzen und eine politische Lösung des Problems herbeizuführen.

Neun Mal aber scheiterte das an den Nicaraguanern, also an der sandinistischen Regierung: Sie weigerte sich. Wir glauben darum, daß die Freiheitskämpfer Druck ausüben müssen. Und wir glauben wirklich, das beste Ergebnis wäre, wenn sie die Stärke erreichen könnten, die sandinistische Regierung in Bedrängnis zu bringen. In diesem Fall könnte es immer noch zu einer politischen Lösung kommen.

Wenn sich die Lage in Nicaragua aber auch dann noch nicht aufhellt, wenn die sandinistische Regierung sich dagegenstellt, dann haben die Freiheitskämpfer nur noch die Alternative, weiterzumachen und die Macht zu ergreifen...“

(Auf die Frage, ob zu diesem Ziel die vom Kongreß bewilligten 100 Millionen Dollar amerikanischer Hilfe ausreichen:)