Bei den Tories in England schlagen die Erregungen hohe Wellen: Der 20jährige Harry Phibbs, Chefredakteur einer Studentenzeitung, hat den Historiker Graf Nikolai Tolstoy interviewt, der bei dieser Gelegenheit wiederholte, was er bereits früher in einem Buch geschrieben hatte. Harold Macmillan, so erklärte er, sei verantwortlich dafür, daß 40 000 Kosaken im Jahr 1945 zurück nach Rußland in den sicheren Tod geschickt wurden. Doch nicht diesem Tatbestand gilt die Erregung, sondern vielmehr dem Umstand, daß jene Studentenzeitung der konservativen Partei gehört und Phibbs es versäumt hatte, die Partei vor Veröffentlichung zu konsultieren. Die Antwort der Partei: eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitung. Die Antwort des über 90jährigen Macmillan: „No comment.“

Als im vorigen Jahr zwei französische Offiziere des Geheimdienstes das Schiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace versenkten, das zum Protest gegen einen geplanten Kernwaffenversuch im Hafen von Oakland, Neuseeland, lag – wobei ein Photograph getötet wurde – widersetzte sich Ministerpräsident Fabius der Forderung, die Schuldigen zu nennen und zu bestrafen: „Es wäre unannehmbar, Soldaten bloßzustellen, die nur Befehle befolgt haben und die schon früher für unser Land sehr gefährliche Missionen ausgeführt haben.“ – Im Nürnberger Prozeß las man’s anders.

Dff.