Zwar gaben in den letzten Tagen auf dem deutschen Aktienmarkt Ausländer weiterhin den Ton an, doch melden die Kreditinstitute ein wieder zunehmendes Interesse ihrer inländischen Kunden an der Aktienanlage. Wert gelegt wird einmal auf Papiere, die von der Ertragskraft ihrer Gesellschaften abgesichert sind. Es wird aber auch Umschau auf solchen Marktgebieten gehalten, an denen Ausländer vorübergehen.

So ist in jüngster Zeit wachsendes Interesse für Hypothekenbankaktien zu konstatieren, obwohl deren Kurse in diesem Jahr bisher überdurchschnittlich gestiegen sind. Sie haben – so wird behauptet – aber noch „Nachholbedarf“ aus früheren Jahren. Zu Kurssteigerungen kam es in jüngster Zeit auch bei einigen Brauereiwerten. Das gute Sommerwetter scheint die Phantasie derjenigen angeheizt zu haben, die derzeit nach Aktien suchen, deren Kurse als „zurückgeblieben“ betrachtet werden können.

Nichts zu tun mit dem gegenwärtigen Druck auf den VW-Kurs hat die Geschäftslage des Volkswagenwerks. Die Kapitalerhöhung, die wahrscheinlich mehr als zwei Milliarden Mark vom Kapitalmarkt abziehen wird, wirft ihre Schatten voraus. Institutionelle Anleger, vor allem Fonds, verkaufen ihre Stammaktien, um Platz für die neuen, mit höherer Dividende ausgestatteten Vorzugsaktien zu schaffen. 40 Prozent der neuen Vorzugsaktien verbleiben zunächst beim Bankenkonsortium, das diese Papiere „marktschonend“ plazieren will. K. W.