Der Droemer Knaur Verlag München hat soeben mit Harald (Toni) Schumacher, dem Torwart des 1. FC Köln und der deutschen Nationalmannschaft, einen Buchvertrag geschlossen. Schumacher wird, unter Assistenz und Beratung seines Freundes Michel Meyer, politischer Korrespondent des Zweiten Französischen Fernsehens, aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ein Portrait des deutschen Fußballs zeichnen. Schumacher, erst vor kurzem zum „Fußballer des Jahres“ gewählt, will mit seinem Buch nicht nur den deutschen Fußball analysieren und kritisieren, er will vor allem zum Nachdenken über die Krisen, die Chancen und die Herausforderungen des Fußballs anregen. Das Buch, das im Droemer Knaur Verlag den Arbeitstitel „Die Einsamkeit des Torwarts“ trägt, wird im März 1987 erscheinen.

Pressemitteilung des Droemer Knaur Verlags. Wir werden auf Toni Schumachers literarisches Debüt im Zusammenhang mit Peter Handkes neuem Roman „Die Angst des Langstreckenläufers beim Elfmeter“ (oder was?) ausführlich zurückkommen.

Vor dem Ruhestand: Tasso

Ach, was muß man oft von bösen ... Andererseits: Was wäre wohl aus Max und Moritz geworden, wenn sie nicht von Meister Müllers Mühle fein zermahlen worden wären, ein Fraß fürs liebe Federvieh? Max und Moritz, nehmen wir einmal an, säßen heute im Aufsichtsrat der Albingia-Versicherung, im Kuratorium der ZEIT-Stiftung oder wären, das wenigstens, ein beliebtes Komikerpaar an der Berliner Schaubühne. Das Unbegreifliche, hier ist’s ein Gleichnis. Kaum nämlich haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, daß zwei ehemals Bitterböse, Claus Peymann und Thomas Bernhard, in dieser Woche mit einer Doppelpremiere („Der Theatermacher“ und „Ritter, Dene, Voss“) als Eroberer die Wiener Burg betreten, zwei Randalierer auf der Höhe ihrer Meisterschaft (und also wohl auch Reife), da kommt, wiederum aus Österreich, neue unglaubliche Post. Lauschen wir dem Feuilleton der Salzburger Nachrichten:

„Die vorausblickende Öffentlichkeit ist brennend daran interessiert, wer der nächste Jedermann sein wird. Das ist viel wichtiger als die Frage, wer Präsident, Direktoriumsmitglied oder sonst etwas ist oder werden will. In diesem Zusammenhang ist die Beobachtung von Bedeutung, daß ein hervorragender Schauspieler sich dieser Tage in einer Salzburger Buchhandlung umgesehen hat und ausdrücklich das Textbuch von Hofmannsthals jedermann“ verlangte. Es ist anzunehmen, daß sein Interesse daran nicht bloß literarischer Natur ist. Vielleicht hat er ein Angebot erhalten und den Hinweis, sich die Rolle einmal genauer anzusehen. Er wäre eine Idealbesetzung. Übrigens, der Name des Schauspielers ist Bruno Ganz.“

Bruno Ganz, der Tasso, der Homburg der Schaubühne, der Prinz unserer Theater-Revolution, demnächst auf dem Salzburger Domplatz röhrend, als Nachfolger ausgerechnet von Klaus Maria Brandauer? Das kann doch nicht wahr sein! Also wird es wohl wahr sein. Die Zeit vergeht, erbarmungslos, oder schöner gesagt: Rickeracke, rickeracke, geht die Mühle mit Geknacke.

Nauman in Tübingen

Die in der Nr. 34 im Kunstkalender rezensierte Ausstellung „Bruce Nauman“ findet nicht, wie versehentlich gemeldet, in Basel statt. Sie hatte vielmehr in Basel ihren Anfang, ist aber jetzt bis zum 7. 9. 1986 in der Kunsthalle Tübingen zu sehen und anschließend in Bonn, Rotterdam, München, Karlsruhe und Hamburg.