Mit dem Holzfrachter unterwegs ins Weiße Meer: Alles dreht sich um das Schiff und das Wetter

Von Thilo Bode

Der Mann, dessen Gedanken jetzt noch über

die Kimm hinausgehen, ist kein Seemann.

Heinrich Hauser

"Die letzten Segelschiffe"

Zwei Tage sind wir jetzt, sanft in der noch friedlichen Nordsee rollend, auf unserem Holzfrachter nach Norden unterwegs. Die Reise geht von Hamburg nach Archangelsk, weit hinten im Weißen Meer, wo wir russisches Holz holen werden. Kein Riese, unser Schiff; schon die 2300 Bruttoregistertonnen klingen nicht nach viel. Aber als wir die "Donauland" zum ersten Mal in Harburg an der Pier der großen Holzfirma liegen sahen, wo sie nach drei Wochen wieder ihre 4700 Kubikmeter Bretter abliefern sollte, bestach sie sofort durch ihre schönen geschwungenen Linien, so ganz anders als die kalten, eckigen Würfel, mit denen man neuerdings zur See fährt.