Mit sex and crime Geschäfte zu machen, war nicht seine Art. Er wollte bunte Blätter für "den ganz normalen Menschen" machen und ihm "viel Schönes von dieser unserer Welt" zeigen. Zeitschriften, mit denen der Offenburger Verleger Franz Burda die Menschen beglückte, weisen schon in ihren Titeln die Richtung, die Burda stets am Herzen lag: die Bunte, die er 1948 unter dem Namen Das Ufer gegründet hatte, die Freizeit Revue, Mein schöner Garten, das Kunstmagazin Pan, Das Haus, die Edelblätter Ambiente und Architectural Digest. Die kleine, heile Welt von Offenburg war es, die der gelernte Buchdrucker und promovierte Volkswirt Burda den Menschen nahebringen wollte. Und die Leute wollten seine Blätter; der Offenburger Verlag ist die Nummer vier der Branche.

Sein Haus hatte der Verleger schon früh bestellt. 1973 übergab er sein Lebenswerk den drei Söhnen Franz, Frieder und Hubert. Sie traten 1983 ein weiteres Verlagserbe an: Mit 24,9 Prozent beteiligten sie sich am Zeitungsverlag von Axel Springer – ein Schritt, den der Offenburger Verlagsgründer nicht mehr in die Wege leitete, aber gerne sah.

Franz Burda, der Musik über alles liebte und schon mal die Betriebskapelle dirigierte, war ein Kunstmäzen von Rang. Marc Chagall zählte er zu seinen Freunden. Seinen Mitarbeitern fühlte er sich – ein guter Patriarch – verpflichtet und gelobte, ihnen den Arbeitsplatz zu sichern. Doch die Eigenverantwortung mochte er ihnen nicht nehmen: Mitwirken der Belegschaft, innerbetriebliche Verständigung und Information hielt er stets für notwendig. Am 30. September ist Franz Burda im Alter von 83 Jahren gestorben.

Gunhild Freese