Es ist so schrecklich langweilig, gegen ihn zu spielen", stöhnte Garri Kasparow, als er gegen Anatolij Karpow antreten mußte. Jetzt, nach 24 Partien, hat’s der alte und neue Schachweltmeister hinter sich. Er will sich nun erst einmal seinen Hobbys widmen – Computer, Autos, Fußball, Musik – und vor allem auch "mal Frauen um mich haben". Und wenn er demnächst Schach spielt, dann "um Gottes willen nicht wieder gegen Karpow".

Eine Hoffnung gegen die drohende Langeweile keimt zur Zeit in Los Angeles. Es gibt Hinweise, daß der Mythos Bobby Fischer, den der Weltschachverband vor zwölf Jahren in bürokratischer Kleinkrämerei vom Thron gestoßen hat, zu Leben erwacht und Kasparow herausfordert. Erstens braucht Fischer Geld, und zweitens hält er den Aserbeidshaner für den einzigen ernstzunehmenden Schachkünstler: "Er macht Fehler. Aber die anderen haben das Spiel gar nicht verstanden."

Fischer stellt eine Bedingung: Kasparow soll ihn als Weltmeister anerkennen. Das dürfte dem selbstbewußten Garri nichts ausmachen. Er kann das ja im Wettkampf ändern. W. R.