DIE ZEIT

Die bittere Wahrheit über den Gipfel

Nebel über der Wirklichkeit von Reykjavik: Obwohl sie beide eine Niederlage erlitten haben, tut jede Supermacht so, als lasse sich der Erfolg nun doch noch irgendwie auf ihre Seite zwingen.

„Der Sphinx“

Der französische Präsident François Mitterrand hat gesagt, seiner Meinung nach spreche zwar eigentlich alles dagegen, daß er für eine zweite Amtszeit von sieben Jahren kandidiere; freilich sei nicht ausgeschlossen, daß er eine irrige Meinung habe, infolgedessen man in Betracht ziehen müsse, daß er in den siebzehn Monaten bis zum Wahltermin seine Meinung ändern würde.

Ratlos

Niemand, auch kein Politiker, braucht sich des Gefühls der Ohnmacht zu schämen, das uns alle angesichts der jüngsten Terroranschläge beschleicht.

Worte der Woche

„Wir kamen nach Island, um die Sache des Friedens voranzubringen, und obwohl wir den weitreichendsten Rüstungskontrollvorschlag in der Geschichte auf den Tisch gelegt haben, hat der Generalsekretär diesen zurückgewiesen.

Zeitspiegel

Die Gefangenenhilfsorganisation amnesty international stellt in ihrem neuen Jahresbericht zum ersten Mal seit vielen Jahren eine allgemeine Verbesserung der Lage der politischen Gefangenen, der Verfolgten und Unterdrückten in weiten Teilen der Welt fest.

Der Vertraute seines Ministers

Als sich die Direktorenrunde am Montagmorgen im Bismarck-Zimmer des Auswärtigen Amtes traf, blieb ein Stuhl leer. Ein Blumenstrauß lag darauf.

Als das Lächeln im Wind gefror

Es war einer der seltenen Augenblicke, in denen sich ein historischer Quantensprung offenbart, in denen ein wichtiger Wandel mit Händen zu greifen ist.

Angriff auf dem Königsflügel

Als der „historischen Chance“, die Moskaus Propagandisten in ihrer verwirrenden und nahezu genialen Schachpartie von Reykjavik herausgearbeitet hatten, die Stunde schlug – da triumphierte am Sonntagabend in Islands größter Halle ein winziges Transistorradio über das zur Medienschlacht, in Stellung gebrachte elektronische Gerät.

Trotz allem optimistisch

Eine Krise in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen hat der Gipfel nach Washingtons Ansicht nicht gekreißt, obwohl das Ende von Reykjavik bitter und emotionsgeladen war.

Erleichterung in der Unesco

Als die lang ersehnte Entscheidung endlich kam, traf sie die Mitglieder der Unesco unvorbereitet: Ahmadou Mahtar M’Bow, der umstrittene Generaldirektor der Unterorganisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, teilte mit, daß er „nicht Bittsteller“ für eine dritte Amtszeit sein werde.

Nepal: Göttliches Regiment

Birendra Bir Bikram Shah Dev heißt der 40jährige König; der letzte Teil dieses Namens bedeutet „Gott“. Seinen hinduistischen Untertanen gilt der autoritär regierende Monarch als Inkarnation des Gottes Wischnu.

Nicaragua: Brisantes Geständnis

Der mit vier Mann besetzte C-123-Transporter war vor eineinhalb Wochen im Süden Nicaraguas, nicht weit von der Grenze zu Costa Rica, abgeschossen worden – wahrscheinlich durch eine sowjetische Boden-Luft-Rakete.

Olympia ade

In ihrem Bemühen, den Reibach unter den fünf Ringen zu mehren, scheuen die Verwalter der olympischen Idee nicht davor zurück, die eigene Tradition über Bord zu werfen.

Spanien: Streit über Nato

Alle Parteien müssen sich jetzt über die außenpolitische Zukunft verständigen“ – mit dieser Parole versuchte der spanische Ministerpräsident Felipe González noch im März dieses Jahres jene Gemüter zu beruhigen, die sich wegen des Referendums über Spaniens Verbleib in der Nato erhitzten.

BONNER BÜHNE: Wettlauf um die Zukunft

Ganz unabhängig von ihrer – für die Union gerade bayrisch-deftig bestätigten – Siegesgewißheit für die Bundestagswahl setzt die Koalition auf das Wort „Zukunft“.

Chile: Dialog unter Druck

Pinochet hat Stärke bewiesen und Schwächen gezeigt: Auf diese paradoxe Formel läßt sich die alljährliche Runde von Beförderungen und Pensionierungen im Militär bringen, die diesmal mit besonderer Spannung in Chile erwartet wurde.

Sinnstifter unter sich

Unzeitgemäß ist auch diese Betrachtung, weil ich etwas, worauf die Zeit mit Recht stolz ist, ihre historische Bildung, hier einmal als Schaden, Gebreste und Mangel der Zeit zu verstehen versuche .

Herbstmanöver: Kriegsspiel mit Folgen

Auf das Schlimmste bereiten seine Oberen den übenden Soldaten mit einem Faltblatt vor. Auf stabilem Papier und im Brieftaschenformat erfährt er, wie er sich gegen friedensbewegte Manöverstörer zu verhalten hat: "Bei Belästigungen, Behinderungen, Blockaden bleibe ruhig, sei bestimmt, lasse Dich nicht provozieren, setze Deinen Auftrag angemessen durch.

Fabrik im Wandel: Museum auf Raten

Die Fabrikhalle ist weiß getüncht und bis auf wenige Gegenstände völlig leer. Auf dem Steinboden stehen in einer Ecke ein Waschzuber, ein Waschbrett, eine Handmangel.

Grüne Klubs im roten Rußland

Juri Medwedkow durfte am 19. September samt Frau, Kindern und Eltern aus der Sowjetunion nach Wien ausreisen. Der grauhaarige Geograph mit der jungenhaften Frisur hat seinem Land ursprünglich in hohen Funktionen gedient, etwa bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf.

Eine kleine „Becquerelogie“

Mit der Furcht vor den Folgen des Reaktor-Unglücks in der Ukraine haben die meisten Bundesbürger ein neues Wort gelernt, Becquerel.

„Wir werden es tun“

ZEIT: Herr Minister, in Japan mehren sich die Stimmen, die vor einem Konjunktureinbruch warnen. Die Exportwirtschaft klagt über den hohen Kurs des Yen, der die Geschäfte mit dem Ausland beeinträchtigt.

Bonner Kulisse

Nach wie vor wird in Bonn über eine Ablösung von Postminister Christian Schwarz-Schilling nach den Bundestagswahlen im Januar spekuliert.

Chance für einen neuen Anfang

Der Sumpf des Skandals der Neuen Heimat hat die Gewerkschaften in eine Vertrauenskrise gebracht.“ Mit diesem Satz beschrieb Erwin Ferlemann, Vorsitzender der IG Druck und Papier, bei der Eröffnung des 14.

Konjunktur: Nun zittern sie

Rein amtlich läuft alles bestens: "Der Wachstumsprozeß, der Anfang 1983 in der Bundesrepublik Deutschland wieder eingesetzt hat, wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.

Datenbanken: Geschlossene Gesellschaft

Igor Switschkow ist Informatiker am Moskauer "All-Union Institut für wissenschaftliche technische Information". Hauptberuflich arbeitet er zwar beim KGB, sein Arbeitsplatz ist aber ein Personal-Computer im Institut.

Mohn macht’s möglich

Wie das Gütersloher Unternehmen Bertelsmann zum größten Medienkonzern der Welt aufstieg

Vereinigte Staaten: Heimkehr eines Totgesagten

Es wäre untertrieben, von einem comeback zu reden. Als Alden W. Clausen Anfang dieser Woche in San Francisco im Hauptquartier der Bank of America auftauchte, war das fast so, als kehrte ein Totgesagter zurück.

Das falsche Gesetz

Schmitt: Gegen den Betrieb von Mülheim-Kärlich laufen mehrere Klagen, über die noch nicht entschieden ist. Sie haben im Prinzip aufschiebende Wirkung.

ZEITRAFFER

Die deutsche Stahlindustrie, die 1985 wie Phönix aus der Asche aufgestiegen ist und dank steigender Mengen und Preise wieder mit Gewinn gearbeitet hat, ist erneut ins Trudeln geraten.

MANAGER UND MÄRKTE

Wir machen Mode für uns selbst!“ Diesen Slogan geben die Brüder Uwe und Jochen Holy immer wieder zum besten, wenn sie nach dem Erfolgsrezept der Nobelmarke BOSS gefragt werden.

DEVISENSELLER

Der Dollar hat die Zwei-Mark-Grenze unterschritten. Zu seiner weiteren Abwärtsbewegung trotz gelegentlicher Stützung durch die europäischen Notenbanken hat die Äußerung von Claus Köhler, Mitglied des Direktoriums der Bundesbank, beigetragen, nach der die Interventionen nicht den Zweck hätten, eine bestimmte Marke zu verteidigen.

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