Gibt es außerirdisches Leben? Wenige Fragen beflügeln die menschliche Phantasie so sehr wie diese. Die im Sinne des Wortes astronomischen Entfernungen zwischen den Sternen machen es – vorerst zumindest – unmöglich, Raumsonden selbst zu unseren nächsten Nachbarsternen zu schicken. Darum suchen Wissenschaftler einstweilen nach anderen Methoden, belebte Welten außerhalb unseres Sonnensystems auszumachen.

Die Mehrheit der Astronomen ist davon überzeugt, daß andere Sterne, wie unsere Sonne, von Planeten umrundet werden. Die Bildung dieser Wandelsterne scheint ein natürlicher Prozeß beim Entstehen eines Sterns aus einer Gaswolke zu sein. Gleichwohl hat bislang niemand einen extrasolaren Planeten nachgewiesen.

Das ist eigentlich kein Wunder. Denn die Situation ist für die Beobachter extrem schwierig. Ein erdähnlicher Planet reflektiert nur ein Zehnmilliardstel des Lichtes, das von seinem Zentralgestirn ausgesandt wird. Dazu kommt der, von uns aus gesehen, winzige Abstand zwischen Stern und Planet. Schon bei einer Entfernung von zehn Lichtjahren – das Licht legt im Jahr die unvorstellbare Strecke von neun Billionen Kilometern zurück – beträgt dieser Abstand nur ein Fünftel einer Bogensekunde – das ist nicht mehr als die Größe eines Stecknadelkopfes, betrachtet aus ein Kilometer Entfernung.

Die Himmelsforscher fahnden deshalb nach anderen Indizien. Ein massiver Planet müßte die Bewegung eines Sterns ein wenig stören. Tatsächlich umrundet ein Planet nicht den Mittelpunkt seines Zentralgestirns; beide Himmelskörper kreisen um ihren gemeinsamen Schwerpunkt. Dieser freilich liegt innerhalb des Zentralsterns, weil dessen Masse sehr viel größer ist als die des Planeten. Für den irdischen Beobachter müßte so ein Stern so aussehen, als wenn er durchs All torkelte.

In den fünfziger Jahren glaubte der niederländische Astrophysiker Peter van de Kamp ein solches Torkeln bei Barnard’s Stern nachgewiesen zu haben. Barnard’s Stern ist ein lichtschwacher Nachbar der Sonne, sechs Lichtjahre von uns entfernt. Nach den Berechnungen van de Kamps sollte ein Planet mit der l,6fachen Masse des Jupiters die Schwankungen in der Bahnbewegung des Sternchens auslösen. Doch die Meßergebnisse van de Kamps sind bis heute umstritten. Viele Astronomen glauben, den vermeintlichen Planeten habe ihm lediglich ein Meßfehler vorgegaukelt.

Diese Methode eignet sich nicht dazu, etwa erdähnliche Planeten nachzuweisen. Allenfalls große, massenreiche Wandelsterne würden sich durch das Torkeln ihres Zentralgestirns verraten.

Eine Reihe von Astronomen hat soeben im Wissenschaftsmagazin Nature der vorherrschenden Meinung widersprochen, die direkte Beobachtung extrasolarer Planeten sei aufgrund der extremen Sichtverhältnisse ausgeschlossen. Mit speziellen Fernrohren und unter konsequenter Ausnutzung moderner Instrumententechnik, so erklären die Wissenschaftler, sollten erdähnliche Planeten bis zu einer Entfernung von etwa 15 Lichtjahren sichtbar sein. Mehr noch: Wenn das den Planeten reflektierte Licht in seine Spektralfarben zerlegt würde, könnte gar die chemische Zusammensetzung der Planetenatmosphären untersucht werden. Sollte sich dabei ein hoher Sauerstoffanteil in der Lufthülle ergeben, dürfte nach Ansicht dieser Fachleute nahezu eindeutig auf die Existenz, von Leben auf der fernen Welt geschlossen werden.