Die Kurse der meisten deutschen Aktien bewegten sich auch in der abgelaufenen Woche nur wenig. Die Umsätze blieben meist gering. Mit der zum Stillstand gekommenen Zinssenkung ist dem Markt eine wichtige Stütze entzogen worden. Das merken insbesondere die Bankaktionäre. Ihre Papiere nähern sich wieder ihren diesjährigen Tiefstkursen. Bankaktien sind von zwei Seiten unter Druck geraten. Einmal durch die rückläufigen Kurse am Rentenmarkt. Da es nur teilweise gelungen ist, die jüngsten Anleihen mit ihren auf Ausländer zugeschnittenen Konditionen auch tatsächlich abzusetzen, hat sich in den Rentenportefeuilles der Kreditinstitute ein nicht unerheblicher Abschreibungsbedarf gebildet. Er wird zwar durch realisierte Kursgewinne kompensiert werden können. Insgesamt bleibt dies jedoch nicht ohne Auswirkung auf das Betriebsergebnis.

Zur Schwäche der Bankaktien trägt – zumindest psychologisch – auch der Fall „Neue Heimat“ bei. Die anhaltenden Diskussionen über einen immer noch möglichen Konkurs des ehemaligen Gewerkschaftskonzerns haben die Ausländer offenbar mehr beunruhigt als die deutschen Bankaktionäre, welche die Schuldenlast der „Neuen Heimat“ von 17 Milliarden Mark zu relativieren wissen. Unerklärlich bleibt ihnen allerdings, wie es möglich sein konnte, daß selbst seriöse deutsche Banken der „Neuen Heimat“ unzureichend gesicherte Kredite zur Verfügung stellen konnten.

K. W.