Die westeuropäische Diplomatie wird den arabischen Staatsterrorismus nicht zähmen. Das ist die traurige Erkenntnis, die das Luxemburger EG-Treffen erneut bestätigt. Die Außenminister sollten am Wochenanfang eine gemeinsame Haltung zu dem in London versuchten Terroranschlag auf einen El-Al-Jumbo finden, dem im April um ein Haar 375 Menschen zum Opfer gefallen wären. Ihr britischer Kollege präsentierte ihnen den rauchenden Colt der Terroristen: Der Geheimdienst der syrischen Luftwaffe, die staatliche Luftlinie und Syriens Auswärtiges Amt waren in die finstere Affäre verwickelt. Dennoch verständigten sich die Minister bloß auf einen Katalog spitzfindiger Protokollsticheleien gegen Syrien.

Die Kanzleien der Gemeinschaft haben Entschuldigungen für die pflaumenweiche Reaktion schnell zur Hand: Syrien ist ein Schlüsselland im Nahen Osten, das nicht an den Pranger gestellt werden darf; die Beweise reichten nicht aus, um Staatschef Assad der Komplizenschaft zu überführen; Griechenland war ohnehin nicht auf eine gemeinsame Linie einzuschwören. Keine drastischen Schritte gegen Damaskus also. Aber warum nicht wenigstens unmißverständliche Fragen?

Die Unterlassung wird die Gemeinschaftsländer noch lange verfolgen, weil sie künftig alle markigen Worte wider den Terrorismus relativiert und weil ein Partner im Stich gelassen wurde. Auch die Bundesregierung muß deshalb in ähnlichen Terrorkrisen mit der bedrückenden Gewißheit rechnen: Wer keine Solidarität gewährt, darf auch keine erwarten. D. B.