Von Hansjakob Stehle

Im Unterschied zu politischen Utopien hatten die technologischen immer größere Erfolgschancen – auch sie freilich mehr zum Schrecken als zum Nutzen der Menschheit. Deshalb vielleicht beurteilt Stanislaw Lem, polnischer Autor nachdenklich-utopischer Astronauten-Romane, die Aussichten auf Weltverbesserung viel skeptischer als sein Freund und Landsmann, der Historiker und diesjährige Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, Wladyslaw Bartoszewski. Mit ihm hat Lem auch manche bittere Erfahrung des Zweiten Weltkriegs gemeinsam, und so unterstreicht er in seinem Vorwort zu diesem Buch ganz entschieden und mit Blick auf die heutigen Deutschen das Fragezeichen des Titels.

• Wladyslaw Bartoszewski:

Aus der Geschichte lernen?

Deutsch von Nina Kozlowski und Jens Reuter Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1986; 359 S., 14,80 DM

Als Lehrstoff im historischen und pädagogischen Sinne, aber auch als Zugang zur schriftstellerischen und wissenschaftlichen Bedeutung des Autors eignet sich diese sorgsam übersetzte Sammlung von Aufsätzen und Reden zur Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Polens sehr viel mehr als ein anderes, fast gleichzeitig erschienenes Buch des Preisträgers:

• Wladyslaw Bartoszewski: