Bis zu 75 Prozent aller Passagiere haben Angst vor dem Fliegen. Doch eine neue Untersuchung bestätigt: Der Jet ist das sicherste Transportmittel.

Wie sicher ist das Fliegen? Sepp Moser, Luftfahrtjournalist aus der Schweiz und Inhaber eines aus rufspilotenscheins, hat diese Frage als Titel seines neuen Buches (erschienen im Verlag Orell Füssli, Zürich-Wiesbaden; 39,80 Mark) gevählt und die Antwort bereits im ersten Kapitel gegeben: Die Angst vorm Fliegen ist irrational, das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. „Das Gefährlichste an einer Flugreise“, so Moser, „ist der Weg zum Flughafen.“ Dennoch haben zwischen 20 und 75 Prozent aller Fluggäste Angst vor der Reise mit dem Jet.

Daß diese Angst jedoch weitgehend unbegründet ist, macht Moser mit Statistiken deutlich: Von 814 000 Passagieren verliert im Jahresdurchschnitt ein Fluggast bei Unfällen das Leben. Zum Vergleich: Bei Fußgängern liegt das Verhältnis bei 1 zu 25 000.

Nach Erkenntnissen des Autors ereignen sich 78,8 Prozent aller Flugzeugunfälle, während jener zwölf Prozent der Reisezeit, die für Start, Landeanflug und Landung benötigt werden. Unglücksursachen sind vor allem: Pilotenfehler (75 Prozent), fehlerhafte Flugzeuge (zehn Prozent), schlechtes Wetter (sieben Prozent), Fehler der Wetter cherung (fünf Prozent) und mangelhafte Flugzeugwartung (zwei Prozent) und „übrige Ursachen“ (ein Prozent).

Für die Sicherheit an Bord könne der Passagier selbst einiges tun, betont Moser. So sei es unverantwortlich, während der Hinweise der Stewardessen auf Notausgang und Sauerstoffmasken eine Zeitung zu lesen. Jeder Flugzeugtyp habe andere Sicherheitseinrichtungen, die sich jeder einprägen sollte. So seien bei der Evakuierung eines Jumbos 55 Prozent jener Passagiere verletzt worden, die die Instruktionskarten in den Sitztaschen nicht beachtet hatten, aber nur 16 Prozent von denen, die den Notfallkatalog gelesen hatten. Noch drastischer das Beispiel im Fall einer Boeing 707, die kurz nach dem Aufsetzen in Westsamoa ausgebrannt war. Vier der 101 Passagiere überlebten das Inferno, weil sie die Sicherheitsdemonstrationen des Kabinenpersonals verfolgt und die Sicherheitsinstruktionen sorgfältig gelesen hatten. Im entscheidenden Augenblick wußten die vier Gäste, daß es bei diesem Flugzeugtyp mit einem sehr schmalen Rumpf auch über den Flügeln Notausgänge gab, während sich 97 Passagiere an den vorderen Türen drängten, die sich nicht mehr öffnen ließen.

Veit Burgenländer