Die erste Runde ist an Norbert Blüm gegangen. Die Preisvergleichsliste für Arzneimittel, mit der Bonns Sozialminister die Ärzte zu kostenbewußten Verschreibungen anhalten will, ist rechtens. Das Kölner Sozialgericht hat die Anträge zweier Pharmafirmen auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung gegen die Liste abgewiesen.

Gewiß sind damit längst noch nicht alle juristischen Querelen um den neuen Pharmakatalog ausgestanden. Immer wieder werden künftig Firmen vor die Gerichte ziehen, deren Produkte in der Liste abqualifiziert werden als nur „in besonderen Fällen“ oder nur mit „besonderer Aufmerksamkeit“ zur Verschreibung geeignet. Grundsätzlich aber wird den Ärzten die neue Möglichkeit zum Preisvergleich bei Pharmazeutika nicht mehr genommen werden können.

Ob die Doktoren das neue Instrument auch wirklich nutzen, ob die Ausgaben der Krankenkassen für Medikamente also fallen werden, das ist freilich ungewiß. Norbert Blüm wird nicht umhin können, den Ärzten – in welcher Form auch immer – wirkungsvolle Anreize zur billigen Verschreibung zu verordnen. wge