Hybridgetreide besitzt sozusagen einen eingebauten Patentschutz: Es ist eine Kreuzung aus zwei reinerbigen Inzuchtlinien. Solche Kreuzungen bringen zwar oft besondere Eigenschaften hervor, zum Beispiel Maissorten mit extrem hohem Ertrag, aber die Ernte kann nicht als Saatgut für das nächste Jahr verwendet werden. Hybridgetreide müssen die Landwirte also für jede Aussaat neu einkaufen. So wird der Handel mit Hybridgetreide für die großen Konzerne interessant.

Vor kurzem wurden in der Bundesrepublik die ersten Hybridsorten von Roggen zugelassen; in Frankreich ist mittlerweile auch Hybridweizen auf dem Markt.

Internationaler Rat

Kurz genannt: IBPGR für International Board for Plant Genetic Resources (Internationaler Rat für pflanzengenetische Ressourcen). Seine Aufgabe ist es, sich für die Wahrung der pflanzengenetischen Schätze einzusetzen. Der Internationale Rat koordiniert die Arbeiten der verschiedenen Gen-Banken, stellt Prioritäten-Listen für das Samensammeln auf und hilft beim Aufbau neuer Gen-Banken. Dabei arbeitet er mit den Internationalen Agrarforschungszentren zusammen. Zu diesen gehören auch das Internationale Mais- und Weizenforschungszentrum in Mexiko und das Internationale Reisforschungsinstitut auf den Philippinen.

Die rechtliche Stellung des Rates ist kompliziert: Er ist teilweise der Welternährungsorganisation FAO, der Weltbank und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, hauptsächlich aber der Forschungsgruppe CGIAR verantwortlich. Dieses Kürzel steht für Consultative Group on International Agricultural Research. In dieser Organisation sind die internationalen Genbank-Netzwerke zusammengeschlossen. (Das Sagen haben westliche Regierungen und amerikanische Stiftungen.)

Der Rat begann seine Arbeit 1974. Inzwischen haben verschiedene Länder den Wunsch geäußert, ihn ganz in die FAO einzugliedern.

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