Nach den Gütern dieser Erde

Greifen alle um die Wette

Und das ist ein ewges Raufen

Und ein jeder stiehlt für sich!

Heinrich Heine (Atta Troll“)

Eine schwere Tür, ein kühler Gang im Neonlicht, dann stehen wir fröstelnd in einer Schatzkammer der Bundesrepublik Deutschland. Auf den schlichten Vorratsregalen Blechdosen, Blechdosen. „Das könnte auch ein Lager von Edeka sein“, sagt Professor Manfred Dambroth, der mich begleitet. Die dicke Tür freilich trägt ein Schildchen „Genbankkammer 1“. Wir sind in einer der Gen-Banken, von denen der amerikanische Wissenschaftler Lewis Bass behauptet, sie hätten „weit mehr Bedeutung für die Zukunft der Menschheit als das gesamte Weltraumprogramm“.

In den acht eisigen Kammern von Völkenrode und an ähnlichen Orten könnte sich, so fürchten besorgte Wissenschaftler, entscheiden, ob wir in eine gewaltige Umweltkatastrophe hineinschlittern. Auch diese würde daherkommen wie jene, an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben: Die Katastrophe bahnt sich lange an, doch die Öffentlichkeit merkt so gut wie gar nichts; wir sehen, hören, schmecken nicht, was passiert. Sie hat globale Ausmaße. Auslöser können neue Techniken sein, aber auch die Interessen transnationaler Konzerne.