Ein Spiel, das ich dieses Jahr an vielen Orten mit vielen verschiedenen Leuten, Freunden, Kollegen, Studenten gespielt habe: Man nennt aufs Geratewohl einen berühmten Namen, und der andere muß sagen, was die betreffende Person auf die Frage „Wie geht’s, wie steht’s?“ antworten würde. Das Folgende ist nur ein kleiner Bruchteil der eingefahrenen Ernte.

Ikarus: „Rauschhaft.“ Proserpina: „Ich fühle mich down.“ Prometheus: „Es zehrt.“ Theseus: „Solange der Faden reicht ...“ Ödipus: „Die Mama ist zufrieden.“ Damokles: „Es könnte schlimmer sein.“ Priapus: „Immer stramm.“ Mithridates: „Man gewöhnt sich daran.“ Homer: „Ich sehe schwarz.“ Heraklit: „Es geht, es geht ...“ Parmenides: „Es steht.“ Thales: „Mir steht das Wasser bis zum Hals.“ Chrysipp: „Wenn es Tag ist, geht’s gut, aber es ist Tag, also geht es gut.“ Epimenides: „Ich würde lügen, wenn ich es sagte.“ Demosthenes: „Schwer zu sagen.“ Pythagoras: „Alles im Lot.“ Sokrates: „Ich weiß nicht.“ Hippokrates: „Solange man gesund bleibt ...“ Diogenes: „Hündisch.“ Platon: „Ideal.“ Platin: „Göttlich.“ Aristoteles: „Ich fühle mich in Form.“ Catilina: „Solange es dauert ...“ Mucius Scävola: „Wenn mir nur jemand ein bißchen zur Hand ginge ...“ Fabius Maximus: „Einen Moment ...“ Julius Cäsar: „Nun ja, man lebt für die Kinder ...“

Luzifer: „Wie Gott will.“ Hiob: „Ich beklage mich nicht.“ Onan: „Ich bin zufrieden mit mir.“ Jeremias: „Siehe, ich sage euch ...“ Jesus: „Ich überlebe.“ Lazarus: „Ich fühle mich wieder viel besser.“ Pilatus: Je nun, eine Hand wäscht die andere.“ Petrus: „Ich spüre einen Kranz um den Kopf.“ Johannes: „Es ist das Ende der Welt!“ Laurentius auf dem Rost: „Auf der einen Seite ganz gut.“ Antonius in der Wüste: „Die Sicht ist hervorragend ...“ Cheops: „Mir reicht ein Plätzchen an der Sonne.“ Kleopatra: „Mir liegt etwas auf dem Magen.“ Scheherazade: „Gleich werde ich’s sagen ...“

Karl der Große: „Frank und frei gut.“ Roland: „Entschuldigung, ich hab’s eilig.“ Dante: „Ich bin im siebenten Himmel.“ Averroes: „Mir geht’s gut, mir geht’s schlecht,“ Thomas von Aquin: „Summa summarum gut.“ Abaelard: „Mich regt nichts mehr auf.“ Wilhelm von Ockham: „Gut, nehme ich an.“ Jeanne d’Arc: „Ziemlich heiß hier.“ Kolumbus: „Man kommt voran ...“ Kopernikus: „Dank dem Himmel gut.“ Lucrezia Borgia: „Wollen Sie nicht erst mal was trinken?“ Lorenzo de’ Medici: „Großartig.“ Giordano Bruno: „Unendlich gut.“ Savonarola: „Der Rauch macht mir zu schaffen.“ Descartes: „Ich denke gut,“ Hume: „Ich glaube gut.“ Berkeley: „Mir scheint gut.“ Bloch: „Ich hoffe gut.“ Spinoza: „Substantiell gut.“ Pascal: „Ach wissen Sie, ich habe so viele Gedanken ...“ Leibniz: „Es könnte nicht besser gehen.“ Nostradamus: „Wann?“ El Greco: „Mir geht alles schief.“ Galilei: „Es dreht sich.“ Torricelli: „Mal hoch, mal tief.“ Newton: „As is the rule.“ Shakespeare: „As you like it.“ Heinrich VIII: „Mir prima, es ist meine Frau, die ...“ Hobbes: „Wölfische Zeiten!“ Fontenelle: „Den einen geht’s gut, den anderen schlecht.“ Vico: „Es geht und es kommt.“ Winkelmann: „Klassische Frage!“ Schliemann: „Zuunterst gut.“ Denis Papin: „Ich habe zu hohen Druck.“ Montgolfier: „Ich habe zu niedrigen Druck.“ Benjamin Franklin: „Ich fühle mich elektrisiert.“ Napoleon: „Ich fühle mich isoliert.“ Robespierre: „Man könnte den Kopf verlieren.“ Casanova: „Ich komme.“

Goethe: „Zu dunkel hier.“ Beethoven: „Zu laut hier.“ Schubert: „Herrgott, unterbrechen Sie mich doch nicht!“ Novalis: „Traumhaft.“ Foscolo: „Nach dem Tod besser.“ Manzoni: „Gott sei Dank gut.“ Sacher Masoch: „Gott sei Dank schlecht.“ De Sade: „Mir geht’s gut.“ D’Alembert und Diderot: „Das kann man nicht in zwei Worten sagen.“ Kant: „Die Lage ist kritisch.“ Hegel: „Ich fühle mich gut aufgehoben.“ Schopenhauer: „Es fehlt nicht am Willen.“ Marx: „Es wird besser gehen.“ Garibaldi: „Ich habe tausend Gründe, zufrieden zu sein.“ Darwin: „Man paßt sich an.“ Nietzsche: Jenseits von gut, danke.“ Livingstone: „Ich fühle mich ein bißchen verloren.“ Proust: „Lassen wir der Zeit Zeit.“ Henry James: Je nachdem, wie man’s sieht.“ Musik „Soso.“ Kafka: „Ich fühle mich wie ein Wurm.“ Joyce: „Fine, yes yey yes.“ Agatha Christie: „Raten Sie mal!“ Alfred Nobel: „Ich bin voll im Boom.“ Wittgenstein: „Schweigen wir lieber davon.“ Einstein: „In welcher Relation?“ Heidegger: „Was heißt gehen?“ Heisenberg: „Das hängt davon ab.“ Picasso: „Es geht in Perioden.“ Lenin: „Was wollen Sie, daß ich tue?“ Hitler: „Vielleicht habe ich die Lösung gefunden.“ Pirandello: „Wen meinen

Sie?“ Hilton: „Die Leute kommen, die Leute gehen.“ D’Annunzio: „Prächtig, prächtig.“ Gallup: „Das frage ich Sie.“ Freud: „Sagen Sie es.“ Popper: „Beweisen Sie, daß es mir schlecht geht.“ Mishima: „Ich habe ein flaues Gefühl im Magen.“ Lacan: „Ça va.“ Carducci: „Ça ira.“ Ungaretti: „Bene (a capo) grazie.“ Queneau: „Gut danke, danke gut, ganke dut, aeu dnkgt, gakten du.“

Pawlow muß szenisch dargestellt werden (Glocke, Speichel). Leonardo beschränkt sich auf ein vieldeutiges Lächeln.

Aus dem Italienischen übersetzt von Burkhart Kroeber, Copyright: L’Espresso