ZEIT: Herr Oberst, die Welt begreift Sie nicht immer. Wir möchten Sie gern besser verstehen.

Eines der wichtigsten Ereignisse dieses Jahres war der amerikanische Bombenangriff auf Tripolis und Benghasi. Welche Auswirkungen hatte dies Ereignis? Wie haben Sie selber den Tag und die Nacht des Bombardements verlebt?

Ghaddafi: Von der heutigen Warte aus kann ich sagen: Die beschämende Lage, in der sich Reagan und seine Bande jetzt befinden, begann genau in jener Nacht der Aggression. Das birgt natürlich eine Lehre für die ganze Welt. Sie lautet: Wenn man solche Methoden gebraucht, dann endet es immer so. Das Ende Hitlers war auch eine Tragödie wegen seiner Methoden; das Ende Mussolinis ebenfalls. Der Zionismus wird genauso tragisch enden, weil er dieselben Methoden anwendet. Jeder vernünftige Mensch würde von solchen Methoden absehen, weil sie immer im Unglück enden.

ZEIT: Worin sehen Sie die Tragik in Präsident Reagans Situation?

Ghaddafi: Die jetzige Lage Reagans ist nicht zu vergleichen mit der eines normalen Menschen, geschweige denn der eines Staatsmannes. Seine Lage ist miserabel. Wenn er gestorben wäre, wäre es besser für ihn.

ZEIT: Das ist ein sehr subjektives Urteil. In Amerika und in Europa wird dies nicht überall so gesehen.

Ghaddafi: Wie viele Tage sind Sie schon hier? ZEIT: Vier.