Die Deutsche Bundesbank, so heißt es im Paragraphen 19 des Gesetzes über das Noteninstitut, darf auf ausländische Währung lautende Wertpapiere kaufen und verkaufen. Das klingt vernünftig, denn was soll die Hüterin der Mark sonst mit ihrem riesigen Devisenschatz anfangen, wenn sie nicht die ihr zugeflossenen Dollar, Pfund, Franc und andere Währungen im Ausland anlegen könnte.

Nun besteht der größte Teil der Devisenreserven aber aus Dollarbeständen, und damit kauft die Bundesbank Staatspapiere in den Vereinigten Staaten. Sie hilft damit wohl oder übel der amerikanischen Regierung, deren Haushaltsdefizit zu finanzieren. Die jetzt veröffentlichten Zahlen über den amerikanischen Kapitalverkehr im abgelaufenen Jahr zeigen, daß ausländische Notenbanken – und darunter mit einem beträchtlichen Anteil auch die der Bundesrepublik – für 31,1 Milliarden Dollar amerikanische Staatspapiere gekauft haben.

Wie groß wäre das Geschrei, wenn die Bundesbank gleiches hier täte, also der Bundesregierung mit Anleihekäufen unter die Arme greifen würde? Ist es aber nicht widersinnig, wenn die Bundesbank in den Vereinigten Staaten das tut, was ihr hier verboten ist?

bm