Nach dem Beitritt zur EG erobern Ausländer Märkte und Unternehmen

Von Volker Mauersberger

Ein Jahr der Invasion“ – so beschrieb jüngst eine spanische Wirtschaftszeitschrift jene Flut von ausländischen Investitionen, die bereits 1985 eingesetzt hat. Mit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft am 1. Januar 1986 war für ausländische Interessenten das Signal gegeben, einen jahrzehntelang fast unbeachteten Markt zu erobern.

Vorbei sind die Zeiten, als das Engagement des amerikanischen Elektronikkonzerns ITT in Valencia Aufsehen erregte und nebenbei als Vertrauensbeweis für das Franco-Spanien gefeiert wurde; den Amerikanern, die früh in Spanien investierten, sind heute zahlreiche andere Ausländer gefolgt.

Die deutsche Kosmetikfirma Beiersdorf hat – wie viele andere Großfirmen – den spanischen Konsumenten entdeckt und in der Nähe von Madrid eine Filiale errichtet, um nach Investitionen von über vierzig Millionen Mark die Spanier mit der Hautcreme Nivea einzusalben. Der Schweizer Schokoladen-Fabrikant Lindt und der Nahrungskonzern Nestlé, europäische Versicherungsagenturen, Kleiderfabrikanten aus Italien, Frankreich und Großbritannien – sie alle schicken sich an, den spanischen Konsumenten zu erobern.

Schon im Jahre 1985 sprach man von einer historischen Zahl, als die Auslandsinvestitionen eine Steigerung von knapp vierzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreichten. In den ersten fünf Monaten nach dem EG-Beitritt wurde diese Zahl mehr als vervierfacht. Sie liegt nun bei 165 Prozent.

Begehrter Markt