Das kann doch nicht so schwer sein; es kommt nur auf den richtigen Zeitpunkt an. Dann ist die Börsenspekulation ein kinderleichtes Geschäft.

Ankaufen oder abstoßen – am besten, wir fragen die Sterne. In der Bankmetropole Frankfurt wird das längst gemacht, und zwar so, wie die Frankfurter Rundschau ausfindig gemacht hat:

„Alle acht bis 14 Tage reist Wolf gang Angermeyer, ein Herr mit grauen Haaren, aus seinem Wohnort bei Karlsruhe in die Stadt am Main, um interessierte Wertpapierhändler, ‚die härtesten Knochen der Welt‘, kosmologisch zu beraten.

Wolfgang Angermeyer, Absolvent der berühmten Thomasschule in Leipzig, ist ein Sterndeuter. Er hat entdeckt, daß die ,Gezeiten der Wirtschaft’, das Auf und Ab von Konjunktur und Krise, mit den „kosmischen Rhythmen im Einklang stehen‘ und daß sich aus dem Stand der Planeten sogar die Kursentwicklungen an der Börse ablesen lassen – bei Bedarf für jede Einzelaktie. In den Vereinigten Staaten reüssieren Börsenbriefe, die ihre Empfehlungen auf astrologischer Grundlage geben. ‚Put the Power of the Universe in your share trading‘ – setz die Macht des Universums für deine Aktiengeschäfte ein.

Vor allem die ‚langsam laufenden Planeten‘ Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto bestimmen nach Angermeyer das Wirtschaftsgeschehen, wobei Jupiter Investitionen und Produktionssteigerung entspricht, während Saturn Produktionsdrosselung und Deflation zugeordnet werden. Uranus verkörpert neue Ideen und Arbeitsmethoden, Neptun Spekulation, Inflation, Werbung und Illusion, Pluto dagegen Kapital, Gewinn und Machtentfaltung.

Die Schwankungen der Wirtschaftslage, die der Empiriker Adam Smith noch einer unsichtbaren Hand‘ zugeschrieben habe, seien nichts anderes als Wellenbewegungen, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholten. Angermeyer unterscheidet zunächst große und kleine Wellen. Die kleinen dauern drei bis neun Jahre. Ihre Existenz sei bereits in der Bibel erwähnt: Josephs sieben fette und sieben magere Jahre.“

Mageres neues 1987? Am Ende ist alles Zyklus, wie gehabt.