Gefährliche Liebesdienste

Bisher waren die beiden riesigen amerikanischen Stützpunkte auf den Philippinen für die Nationalisten im Land vor allem verhaßte Symbole der Militärmacht und der politischen Einmischung des „US-Imperialismus“. Seit langem fordern sie ihre Schließung als Zeichen der politischen Unabhängigkeit Manilas von Washington. Nun gibt es einen neuen Anlaß zum Prostest: Rund um Subic Bay Naval Base und Clark Air Field breitet sich unter den Prostituierten das Aids-Virus aus. Mindestens 15 „Bar-Hostessen“, ergaben Untersuchungen, haben sich schon infiziert. Eine Frauengruppe verlangt nun, die GIs müßten künftig vor der Liebe einen Ausweis präsentieren, der ihnen bescheinigt, daß sie kein Aids haben. Noch sind die Philippinen von der Immunschwäche weithin verschont geblieben. Die Gesundheitsbehörden raten den infizierten Prostituierten daher, lieber weiter ihrem Gewerbe bei den Stützpunkten nachzugehen, als in ihre Heimatprovinzen zurückzukehren und damit die Krankheit im Land zu verbreiten

Kampf der Witwen

Indonesiens Präsident Sukarno bleibt in seiner Inselrepublik unvergessen. Dafür sorgen, fast siebzehn Jahre nach dem Tod des eigenwilligen Präsidenten, seine zwei überlebenden Witwen. Fünf Frauen hatte Sukarno, eher ein Lebemann denn ein strenger Muslim, in die Ehe geführt. Die jüngste und prominenteste, Ratna Dewi Sari, trat jetzt in Jakarta vor die Presse, mit bitteren Klagen über die ältere Sukarno-Witwe Hartini. Sie sei „eine ganz gemeine, böse und sehr eifersüchtige Frau“. Zuvor war Hartini bei einer staatlichen Veranstaltung zu Ehren Sukarnos mit allem Pomp aufgetreten; Ratna, die einstige japanische Schlagersängerin, war gar nicht erst eingeladen worden. „Hartini war für den Fall Sukarnos verantwortlich – sie unterstützte und schützte kommunistische Elemente“, ereiferte sich die erst 46jährige Ratna – ein böser Vorwurf, weil der heute in Jakarta herrschende General Suharto den Staatsgründer Sukarno gerade wegen dessen linker Neigungen stürzte. Hartini verteidigt ihre Position als Erste Witwe des Staates jetzt mit dem schwachen Argument, für Politik habe sie sich nie interessiert.

Maisberg in Afrika

Simbabwes Landwirtschaftsminister Moven Mahachi hat ein Problem: Er weiß nicht, was er mit den Maisüberschüssen seines Landes anfangen soll. Nachdem die große afrikanische Dürre von 1984 das Agrarland Simbabwe zur Einfuhr von Getreide gezwungen hatte, garantierten die Behörden in Harare ihren Bauern einen hohen Abnahmepreis für das Grundnahrungsmittel. Das Rezept war über die Maßen erfolgreich: Nach der Ernte des letzten Jahres türmte sich ein „Maisberg“ von 2,3 Millionen Tonnen auf – mehr als das Dreifache des jährlichen Eigenbedarfs – und für das nächste Jahr steht eine neue, sehr gute Ernte in Aussicht. Und darum sucht die Regierung Mugabe jetzt zahlungskräftige Abnehmer: Die feindlichen Nachbarn in Südafrika sind uninteressiert, die befreundeten Mosambikaner dagegen, dringend auf Getreidelieferungen angewiesen, sind zahlungsunfähig. Darum hoffen die Simbabwer jetzt auf internationale Hilfsorganisationen, die den Abbau des eigenen Maisberges zugunsten der hungrigen Mosambikaner finanzieren sollen.