Auf der Stockholmer Eureka-Konferenz Mitte vergangenen Monats war Forschungsminister Heinz Riesenhuber noch skeptisch: „Bisher waren Banken nur bereit, einem Geld zu leihen, wenn man mit Sicherheit nachweisen konnte, daß man es nicht mehr brauchte.“

Mittlerweile ist Riesenhuber fast guter Dinge. Bankiers, darunter Alfred Herrhausen von der Deutschen Bank, signalisierten ihm ihre Bereitschaft, mehr privates Kapital in risikoreiche Technikprojekte zu investieren. Zu diesem Zweck wurde bereits in Stockholm die Gründung eines financial round table europäischer Banken beschlossen.

Aber erst, wenn an diesem Tisch auch Geld zur Finanzierung von mehr europäischer Zukunftstechnik bereitgestellt wird, dürfte Riesenhuber bereit sein, seinen wenig schmeichelhaften Spruch zurückzunehmen: „Banken beleihen immer nur die Vergangenheit, nie die Zukunft.“

Staatssekretär Hansjörg Häfele wies zum richtigen Zeitpunkt auf die Vorteile einer Steuervereinfachung hin. Sein Beispiel: die Reform der Grunderwerbsteuer von 1983. Damals wurde der Steuersatz von sieben auf zwei Prozent gekürzt, gleichzeitig die lange Liste von Befreiungen (etwa 85 Prozent der Grundstücksumsätze) fast ganz zusammengestrichen, ohne daß das Aufkommen (1986: 3,1 Milliarden Mark) gesunken wäre.

Weiterer Vorteil: Der Verwaltungsaufwand verschlang vor der Reform sechs Prozent des Ertrags der Grunderwerbsteuer, jetzt sind es nur noch vier Prozent.

Zum gleichen Thema sagte Bundeskanzler Helmut Kohl dem Bonner General-Anzeiger ein paar Sätze, die man ihm nach der Wahl wieder vorlegen sollte: „Es geht auch darum, das Steuersystem für den Bürger verständlich zu machen. Das jetzige System ist auch ungerecht. Wer viel Geld hat und sich entsprechende Berater leisten kann, kann wie ein Slalom-Läufer die Lücken im System ausnutzen. Auf diesem Gebiet, das den Bürger unmittelbar betrifft, müssen wir mehr Gerechtigkeit schaffen.“

In den letzten Wochen verteilte die FDP als kleines Wahlgeschenk einen Eiskratzer für Windschutzscheiben mit dem Aufdruck „Klare Sicht mit Dr. Martin Bangemann“. Möglicherweise war das kein guter Einfall.