Was wäre England ohne seine Hunde

Von Anna v. Münchhausen

Cuthbert, dieser Schuft, kann aussehen wie ein Tramp, mit Wuschellocken und Schlapphut. Er braucht so seine Freiheiten. Das Tor stand offen ...

Nun steht Minnie am Fenster, ein bißchen verzweifelt. „Der bleibt Stunden weg, und immer denke ich, er kommt nicht wieder. Ich warte, warte – und werde dabei immer hysterischer. Manchmal warte ich bis ein Uhr nachts. Und dann kommt er schließlich doch noch, ganz ramponiert, die Pfoten total verdreckt... Aber ich habe nicht das Herz, ihn zu schlagen. Ich nehme ihn einfach in den Arm und drück ihn fest, denn ich weiß es ja: bei Kaninchen, da kann er einfach nicht an sich halten.“

Keine Frage: Minnie, besser: Mrs. Dru Montagu, liebt Cuthbert; das war nicht immer so, ursprünglich fand, sie den Terrier ein bißchen fad. Erst als er schon ein Jahr alt war, entdeckte Minnie plötzlich seine unwiderstehlichen Reize – diese Augen, diese große schwarze Nase.

Nun darf Cuthbert jede Nacht in Minnies Bett schlafen. Kann man so etwas ein Hundeleben nennen?

Bis auf einen absolut untadeligen Stammbaum hat die Dackelhündin Phoebe mit Cuthbert wenig gemein – herumstreunen findet sie unter ihrem Stand, natürlich. Eine ihrer Vorfahrinnen hat immerhin Queen Victoria mit ihren Späßen amüsiert, was ja etwas heißen will. Und auch Phoebe hat ein komisches Talent. Wozu sicher dieser Fleck über dem rechten Auge beiträgt, der ihrem Blick etwas herausfordernd Überlegenes verleiht.