Von Reinhold Rombach

Faites votre jeux, bitte das Spiel machen“, heißt es nun einmal im Monat in der ZEIT. Drei Aktienprofis von drei deutschen Banken werden ein Jahr lang versuchen, aus 100 000 Mark Anfangskapital möglichst viel Geld zu machen. Sie werden dabei vom Kölner Diplom-Ökonomen Reinhold Rombach (36 Jahre), selbst ein Spezialist für Geldanlagen, beobachtet, der für die ZEIT die Käufe und Verkäufe von Aktien und Aktienoptionen der drei Wettstreiter einmal im Monat kommentieren wird. Das Spiel hat einen ernsten Hintergrund: Die teilweise beachtlichen Kursverluste mancher hochgelobter Papiere in den vergangenen acht Monaten haben viele Anleger, die über Jahre ohne große Mühe und oft auch mit minimalem Hintergrundwissen kräftig verdienten, verunsichert. Jetzt sind auch die Experten uneins in ihrer Einschätzung, auf welchen Märkten und in welchen Branchen sich Anleger noch engagieren sollen. Schlechter Rat kann daher teuer werden. Natürlich können sich auch professionelle Geldanleger irren, aber Hinweise darüber, was sie in diesen Zeiten konkret tun, um ihr Geld zu mehren, können für viele Aktionäre dennoch wertvoll sein. Und: Tröstlich ist es für den kleinen Mann allemal, wenn auch die Experten irren. Das Spiel beginnt, in einem Jahr wissen wir mehr. Solidus

Von Jahresbeginn an geben drei Wertpapierspezialisten deutscher Spitzeninstitute Kaufempfehlungen für die Aktien ab, von denen sie noch Kurssteigerungspotential erwarten. Das Startkapital beträgt 100 000 Mark, und die Aktien werden nach einem festgelegten Modus (siehe Kasten) nach Maßgabe der Institute erworben und veräußert.

Damit erhalten Anleger eine wertvolle Hilfestellung bei ihren Anlageentscheidungen, andererseits aber wird auch die Prognosegüte von Spitzeninstituten kritisch analysiert. Sowohl für die Anleger wie auch für die Wettstreiter ist dieses Spiel daher nicht ohne Reiz, zumal auch der am wenigsten Erfolgreiche nach einem Jahr ausscheiden muß und dafür dann ein neuer Kandidat in den Wettkampf eingreift.

Die Empfehlungen kommen von folgenden Bankinstituten:

  • Bank für Gemeinwirtschaft AG (BfG), Frankfurt,
  • Commerzbank AG, Frankfurt,
  • Delbrück & Co, Privatbankiers, Köln.

Eberhardt Unger, Chefanalyst der BfG, sieht für einzelne, ausgesuchte deutsche Werte in den kommenden Monaten durchaus noch Spielraum nach oben. Seine Empfehlung, BASF Optionsschein 85, in den er die Hälfte seines Anfangskapitals investierte, mag dem eher spekulativ orientierten Anleger angemessen sein. Das Risiko scheint aber bei einem vertretbaren Aufgeld von 6,2 Prozent relativ gering. Von der zuversichtlichen Stimmung für die drei Farbennachfolger dürfte seiner Meinung nach gerade BASF profitieren, da dieses Unternehmen in der Vergangenheit besonders unter den gesunkenen Ölpreisen litt und nun diesen Rückschlag verdaut habe.