Fatal verrechnet haben sich die Ingenieure beim Bau zweier Kernkraftwerke in Surry, Virginia/USA. Ein Leitungsrohr mit ursprünglich 13 Millimeter Wandstärke war am 9. Dezember im nichtnuklearen Teil des Werkes Surry 2 geborsten. 114 000 Liter überhitztes Wasser schossen in die Turbinenhalle und verbrühte acht Männer, von denen später vier starben. Überprüfungen hätten inzwischen ergeben, daß das Rohr stellenweise „dünner war als eine Kreditkarte“, berichtete die International Herald Tribune. Im Schwesterkraftwerk zeigte das entsprechende Rohr ähnliche Erosionserscheinungen. Niemand kennt die Ursache. Mindestens 40 Jahre sollte das Material laut Berechnung halten. Surry 2 ging 1973 in Betrieb. HST

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Im Kampf gegen Blattläuse können Spinnen ebenso nützlich sein wie Marienkäfer. Englische Wissenschaftler beschreiben in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology, daß die Deckennetzspinne ihre Netze zwischen den Halmen des Winterweizens bauen und massenweise herabfallende Blattläuse vertilgen. Im Sommer plumpsen täglich etwa sechzehn Prozent der im Weizenfeld lebenden Blattläuse in ein Spinnennetz! In kurzer Zeit wäre die Läuseplage beseitigt – doch nicht für alle Blattläuse endet dieser Sturz tödlich. Denn die Deckennetzspinnen suchen sich aus dem Überangebot nur die fettesten Brocken heraus. Da die Netze keine klebrigen Fäden enthalten, krabbeln die verschmähten Exemplare unversehrt wieder davon. Im Frühling jedoch, wenn die Spinnen noch ausgehungert sind, können sie die Ausbreitung der Blattläuse in den Weizenfeldern stark einschränken. Erst wenn sich die Blattläuse im Sommer an einigen Stellen so rasch vermehren, daß die Spinnen überfordert sind, werden die Marienkäfer angelockt. Diese Blattlaus-Spezialisten brauchen ein üppiges Nahrungsangebot, damit ihre Larven zu Käfern heranwachsen können. D. K.

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Borkenkäferfallen vernichten auch andere, nützliche Insekten. Seit einigen Jahren werden in gefährdeten Waldgebieten Pheromonfallen aufgestellt, um die Fichtenbestände vor einem häufigen Borkenkäfer, dem Buchdrucker, zu schützen. Pheromone sind Duftstoffe, mit denen die Buchdrucker ihre Artgenossen herbeilocken. Gemeinsam sind die Käfer stark; einzelne kann ein Baum im Harz ertränken. Doch wenn viele gefräßige Borkenkäferlarven seine Rinde durchlöchert haben, ist der Baum zum Absterben verurteilt.

Die Pheromonfallen sollen die Buchdrucker so dezimieren, daß sie keinen großen Schaden mehr anrichten können. Die Hoffnung, daß diese biologische Schädlingsbekämpfung nur die Borkenkäfer trifft und die übrigen Insekten des Waldes verschont, hat sich leider nicht erfüllt. Wie Heinz Bußler in der Zeitschrift Natur und Landschaft berichtet, gehen auch andere Käfer, Bienen, Hummeln und kleine Schmetterlinge in den Fallen zugrunde. Hummeln und andere blütensuchende Insekten werden offenbar von den durchscheinend weiß gefärbten Fallen angelockt. Wasserkäfer verirren sich besonders zahlreich in schwarzen Fallen; vermutlich täuscht die glänzende Oberfläche des flachen Trichters ihnen eine spiegelnde Was serfläche vor. Von dem Geruch der toten Insekten werden Aaskäfer angelockt und stürzen dann selbst ins Verderben.

Bedeutsamer für die Wirksamkeit der Fallen als Schädlingsbekämpfungsmittel ist das Schicksal der Ameisenbuntkäfer. Die Ameisenbuntkäfer haben Borkenkäfer zum Fressen gern; innerhalb einer Stunde verspeisen sie etwa fünf Buchdrucker, Kupferstecher (ebenfalls ein Borkenkäfer) oder ähnliche Forstschädlinge. Die Borkenkäfer verraten sich durch ihr Pheromon; denn der Ameisenbuntkäfer reagiert schon auf sehr geringe Spuren dieses Lockstoffes. Da sein Geruchssinn ebenso empfindlich ist wie der seiner Opfer, kann er seine Beute aus großer Entfernung treffsicher aufspüren.