ZEIT: Herr Heereman, am Wochenende wurde die Mark im Europäischen Währungssystem aufgewertet. Bringt das Nachteile für die Landwirtschaft?

Heereman: Bisher nicht. Die Länder, die abwerten und somit einen negativen Preisausgleich und neuen Spielraum für nationale Preiserhöhungen haben, können darüber erst im Frühjahr bei der nächsten Preisrunde verhandeln. Alle Länder müssen dann zustimmen.

ZEIT: Ist damit nicht das Problem einfach verschoben?

Heereman: Nach der letzten Mark-Aufwertung hatten einige Länder bereits ihren Preisvorteil, bei der nächsten Runde wird das deshalb nicht so selbstverständlich sein. Ich gehe davon aus, daß die Bundesregierung hart verhandeln wird.

ZEIT: Agrarminister Ignaz Kiechle hat erklärt, die landwirtschaftlichen Einkommen seien im letzten Wirtschaftsjahr um 2,5 Prozent gestiegen. Sie sprechen von einem Rückgang der Einkommen. Können Sie diesen Widerspruch erklären?

Heereman: Wir haben ein Minus von nominal 0,4 Prozent festgestellt, ein Minus gegenüber einem sehr niedrigen Vorjahresstand. Offensichtlich sind unsere statistischen Grundlagen und die des Ministers nicht die gleichen. Natürlich würden auch wir lieber positive Zahlen ausweisen.

ZEIT: Also nur eine Frage der Statistik?