Natürlich blieb uns freischwebenden Royalisten der kleine Prinz Edward nicht verborgen, doch mit ihm konnten wir ans bisher weiß Gott nicht über das jubiläumslose Interregnum nach 100 Jahre toter Ludwig Zwo und 200 Jahre toter Friedrich Zwo hinwegtrösten. Durchschnittliche Existenz, ganz aus dem Hier und Heute: Abitur, Cambridge (Geschichte!), nix Weiber, nix Ausflippen, dann zu den Schleifern und Schindern bei den Royal Marines – ab mit Schaden.

Aufgewacht sind wir erst dank der Bulletins vom Windsor-Hofe, die von wackerer Insubordination (siehe Jung-Friedrich) und ätherischen Anflügen (ein bisserl Ludwig?) zeugen. Der kleine Prinz: Hier steh’ ich nun und will nicht mehr Krieg spielen! Der große Prinz Philipp: Was da, ein Wehrdienstverweigerer in meiner Familie? Neuzeitliche Lösung: Es obsiegt Hamlet alias Edward. Ob der väterliche Haudegen (Motto: Seine Leute drillen wie die Hunde und behandeln wie Gentlemen) diese Schmach verkraftet?

Wir jedenfalls zollen Edward versuchsweise Respekt. Zur notwendigen Reinkarnation des monarchischen Gedankens hierzulande taugt er selbstverständlich weiterhin wenig. Da schließen wir uns dem Guardian an: Soweit kommt es, wenn ein Mitglied der königlichen Familie zu etwas gezwungen wird, was seine Grenzen auf gefährliche Weise erkennen läßt. G.S.