Freitag vormittag, 10.55 Uhr, Stazione Santa Lucia, Venedig. Ein Zug in die Vergangenheit verläßt den Bahnhof. Er bringt den Reisenden von Welt und Geld in „eine Ära von Anmut und Eleganz, von Romantik und Intrige“, so verheißt es zumindest der Prospekt Prosaisch betrachtet fährt der Zug über Verona, Bozen, Innsbruck, St. Anton, Zürich, Basel, Paris, Boulogne nach London, kommt dort am Samstag abend an, und für die knapp 1700 Kilometer Fahrt sind in der Wintersaison 1675 Mark zu löhnen. Ein stolzer Preis, aber man reist nicht in irgendeinem Zug, sondern im Venice Simplon-Orient-Express, in stilvoll restaurierten Wagen und im Dekor der zwanziger Jahre. Immerhin sind auch die Mahlzeiten, zubereitet von einem französischen Küchenchef, im Preis inbegriffen. Von London nach Venedig geht es (bis zum 21. März) jeden Samstag um 11 Uhr ab Victoria Station. In den Sommermonaten verkehrt der Venice Simplon-Orient-Express sogar zweimal wöchentlich, dann allerdings sind für die exklusive Fahrt 2000 Mark zu bezahlen. Im Sommer (ab 2. Mai) läßt sich von Venedig aus auch gleich noch eine kleine Kreuzfahrt über Piräus, Istanbul, Kusadasi, Patmos und wieder zurück in die Serenissima anschließen. Die einwöchige Rundreise kostet je nach Kabinenart zwischen 1170 und 3170 Mark. Auf der MS „Orient-Express“, die derselben Gesellschaft gehört wie der Nobelzug, können auch Teilstrecken gebucht werden, und wer statt im Pullman-Wagen mit dem eigenen Wagen anreist, kann auch sein Auto mitnehmen. Schließlich verfügt die Gruppe noch über eine Reihe von Hotels – auch diese vom feinsten. In Italien sind es zum Beispiel die „Villa San Michele“ in Florenz oder das berühmte „Hotel Cipriani“ in Venedig, von wo aus man wieder zum Bahnhof und zum Orient-Express gondeln kann. Auskunft: J. A. Reinecke, Hohe Bleichen 11, 2000 Hamburg 36.