Nicht nur der Pauschal-, sondern auch der Individualurlauber nimmt in verstärktem Maße die Dienste eines Reisebüros in Anspruch.

Das Reisebüro hat sich bei den Konsumenten als Buchungsstelle für touristische Dienstleistungen behauptet. Das ergab eine Image-Analyse der Nürnberger GfK-Marktforschung, für die über 2000 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt wurden. Danach haben 32 Prozent der Angesprochenen während der letzten drei Jahre schon einmal ein Reisebüro besucht. Diplom-Psychologe Michael Spohrer, GfK-Freizeit- und Tourismus-Forscher: „Betrachtet man die Entwicklung in den Jahren 1983 bis 1985, dann ist der Trend positiv.“

Diese Aussage wird auch durch die Reiseanalyse ’85 des Starnberger Studienkreises für Tourismus bestätigt. Danach haben 1983 über 24 Prozent ihren Urlaub in einem Reisebüro gebucht. Im Jahr darauf steigerte sich die Quote auf 28 Prozent. 1985 buchten knapp mehr als 30 Prozent aller Reisenden touristische Leistungen in einem Reisebüro.

Besonders attraktiv scheint nach der GfK-Analyse das Reisebüro für die 20- bis 40jährigen zu sein. 48 Prozent aus dieser Altersgruppe waren innerhalb der zurückliegenden drei Jahre einmal oder häufiger in einem Reisebüro. Nahezu ebensooft frequentieren Personen aus Haushalten mit einem Netto-Einkommen von über 4000 Mark diese Verkaufsstellen.

Die Mehrzahl aller Kunden (58 Prozent) holte sich im Reisebüro jedoch vor allem Auskunft und Informationsmaterial oder ließ sich beraten. Immerhin 42 Prozent der GfK-Befragten buchten allerdings auch eine touristische Leistung: davon 18 Prozent eine Völlpauschal- oder IT-Reise, 15 Prozent eine Unterkunft. Mehr als sieben Prozent kauften ein Flug- oder Bahnticket. Michael Spohrer: „Verstärkt informiert sich selbst der Individualreisende im Reisebüro und bucht dort auch.“

Die positive Einschätzung der Reisebüros sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Konsumenten durchaus Alternativen zum klassischen Reisebüro sehen. So in den Reiseverkaufsstellen der Kauf- und Warenhäuser, bei Vereinen und Verbänden und im Versandhandel. In der Toto- und Lotto-Annahmestelle, in der Buchhandlung und im Supermarkt hingegen sieht der Konsument keine ernstzunehmende Alternative zu den zuvor genannten Buchungsstellen.

Resümee von Spohrer: „Aus dem Urteil der Konsumenten wird deutlich, daß dem Reisebüro eine hohe Kompetenz bei der Informationsvermittlung sowie bei den Buchungs- und Reservierungsmöglichkeiten eingeräumt wird.“

Rainer Schauer