Was 16 der 17 Kommissionsmitglieder erhoffen, empfehlen und befürchten

Pflanzen und Tiere

Die Gentechnologie biete „Chancen für die Sicherung der Ernährung, eine höhere Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Produktion sowie eine umweltschonende Landwirtschaft“. Die Kommission begrüße daher „grundsätzlich die Anwendung der Gentechnologie in der Pflanzenproduktion“. Mögliche negative Umweltauswirkungen seien zu vermeiden.

Dagegen lehnt sie „die gentechnische Herstellung von herbizidresistenten Pflanzen ab“, wenn dies die Nutzung von Herbiziden fördere, „die ökologisch und toxikologisch für bedenklich gehalten werden“. Zu unterstützen seien „gentechnische Ansätze im Bereich der Züchtung von Resistenzen gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen, die auf eine Verminderung der Umweltbelastung durch Agrochemikalien abzielen“ sowie die Errichtung von Genbanken.

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sei ausbaufähig und könne „einen Beitrag zur Lösung von Strukturproblemen in der Landwirtschaft leisten“. Zu empfehlen sei deshalb neben einer entsprechend verstärkten Forschungsförderung auch „eine zeitlich begrenzte Subventionierung des Absatzes optimierter nachwachsender Rohstoffpflanzen“ bei gleichzeitigem Abbau anderer Agrar-Subventionen.

Die Mehrheit „sieht keine Einwände gegen die Anwendung gentechnischer Methoden in der Tierproduktion“. Anzustreben sei hierzulande eine Qualitätsverbesserung, etwa bei Fleisch, oder eine Erhöhung der Krankheitsresistenz der Tiere. Für die Tierproduktion in der Dritten Welt sei auch eine gentechnische Steigerung der Quantität zu befürworten.

Die Kommission empfiehlt, den „Einsatz von transgenen Tieren in der biologisch-medizinischen Grundlagenforschung zu fördern“ (transgene Tiere sind Träger gentechnisch eingefügten artfremden Erbmaterials, von dem sich Züchter Qualitätsverbesserungen versprechen, etwa weniger streßanfällige Schweine). Dem vermehrten Einsatz körpereigener Wirkstoffe in der Tierproduktion, etwa von Wachstumshormonen, müsse „eine genaue Analyse des Rückstandsverhaltens und der Wirkung auf den Menschen vorangehen“, gleichgültig ob die erhöhte Zufuhr von außen (Medikamente) oder von innen (Einbau entsprechender Gene) erfolgt.