Schwer vorzustellen, daß der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG seine Fahrt zum Frankfurter Flughafen kurz für einen Kirchenbesuch unterbricht, um der Jungfrau ein Paket Kerzen zu weihen, ehe er gen Wall Street jettet, um den Konzernverbund mal eben um die Nummer vier von Amerikas größten Chemiefabriken zu erweitern. Kaum zu denken auch, daß sich der Finanzchef von einer dieser weltmarktbeherrschenden Herzogenauracher Sportschuhfirmen die Absolution seines Seelenhirten holt, ehe er dem Diktiergerät einen Aktionärsbrief anvertraut, der bis auf weiteres den Ausfall der Dividende publik macht.

Irgendwann im Laufe der vergangenen Jahrhunderte muß sich der bewährte Zusammenhang von Religiosität und ökonomischem Streben, der als protestantische Ethik eine schöne geistesgeschichtliche Karriere gemacht hat, verflüchtigt haben – in Europa zumindest.

Anders in Amerika. Dort, wir verdanken die Nachricht dem Magazin Forbes, besuchen noch sechzig Prozent der Manager regelmäßig einen Gottesdienst. Nur vierzig Prozent der gewöhnlichen Sterblichen sind dagegen brave Kirchgänger.

Leider trübt das Bild, daß Gottes eigenes Land in der Handelsbilanz mit den heidnischen Europäern ein Defizit hat.

Pray harder, gents, mehr beten! wge