Zum zweiten Mal hat der Berliner Kunstherz-Experimentator Bücherl einen Patienten zu Tode gerettet, nachdem er vergeblich versucht hatte, die verengten Herzkranzgefäße einer Hausfrau zu überbrücken. Erneut unterwarf Professor Bücherl, besessen von der Idee, den Nutzeffekt des von ihm entwickelten Ersatzherzens endlich zu beweisen, einen todgeweihten Kranken qualvollen Prozeduren. Die verfügbare Plastikpumpe erwies sich als zu groß, eine passende war nicht zur Hand. Trotzdem unternahm der Professor den Einbau der höchstumstrittenen Apparatur.

An Warnungen aus dem Kollegenkreis hatte es nicht gefehlt. Vor der Öffentlichkeit freilich schweigen die Spezialisten; sie raunen sich ihr Entsetzen über den Fall Bücherl durchs Telephon zu. Dabei sollten alle herzerfahrenen Ärzte alarmiert sein vom zunehmenden Mißtrauen der Patienten und Angehörigen gegenüber Transplantationen, Organspenden, ja der hochtechnisierten Gerätemedizin schlechthin.

Eine Ursache für dieses große Unbehagen kleidete die über den schrecklichen Tod einer Berlinerin offenbar laufend instruierte BILD- Zeitung am Ende treuherzig in die Frage: „Nur ein Versuchskaninchen?“ st