Sie waren beunruhigt, aber nicht hysterisch: Schon vor zwei Jahren glaubten 59 Prozent der Kalifornien daß ihre High-Tech-Industrie der Umwelt gefährlich werden könnte, weil sie mit hochgiftigen Substanzen arbeitet. Sicher, die Befragten standen unter einem Schock. Gerade war bekannt geworden, daß gefährliche Chemikalien aus unterirdischen Tanks das Grundwasser verseuchten. Es waren undichte Tanks der bis dahin als sanft und sauber geltenden Chip-Industrie. Damit wurde der Öffentlichkeit klar, daß für die Produktion der elektronischen Bauteile nicht nur physikalisches Know-how, sondern auch chemische Stoffe gebraucht werden. Schon damals kam die Frage auf, ob Gift und Gase den Menschen auch am Arbeitsplatz schaden.

Wirkungen gab es schon: Ohnmachtsanfälle und Fehlgeburten bei Arbeiterinnen häuften sich in der Branche. Auch die Ursachen dafür schienen nicht von der Hand zu weisen. Nur: Der Zusammenhang war noch nicht erwiesen. Bis jetzt mußten die Hauptbetroffenen darauf warten. Ein großer US-Chipnersteller hat den Einsatz schwangerer Frauen in der Produktion mittlerweile verboten. Zwar spät, aber immerhin: Die jüngsten Ergebnisse einer Studie haben endlich auch die Verantwortlichen in der Industrie beunruhigt. Lüt