Die Aufwertung der Mark im Europäischen Währungssystem (EWS) Anfang der vergangenen Woche hat die befürchteten Kurseinbußen am deutschen Aktienmarkt Wahrheit werden lassen. Besonders betroffen waren exportorientierte Unternehmen wie die Autohersteller, aber auch Siemens und Maschinenbauer. Zweistellige Kursverluste waren hier in den vergangenen Tagen keine Seltenheit.

Erst zu Beginn dieser Woche hellte sich das Bild am Aktienmarkt wieder etwas auf, wobei Hoffnungen auf weiter sinkende Zinsen vor allem durch Äußerungen von Finanzminister Gerhard Stoltenberg genährt wurden. Ganz langsam scheint sich – trotz der noch bestehenden Unsicherheit am deutschen Markt – die Meinung durchzusetzen, daß nach den starken Kurseinbußen die deutsche Börse wieder günstige Kaufgelegenheiten bietet. Die Anligeberater der Banken raten ihren Kunden, auf ausgewählte Titel mit stabilen Ertragsaussichten zu setzen. In diese Rubrik gehören ganz sicher die Chemiewerte BASF und Bayer, aber auch Siemens, Nixdorf, Daimler, BMW und die Reifenhersteller Conti Gummi und Phönix.

Mit einiger Skepsis wird an der Börse die für die zweite Märzhälfte geplante Mammutemission der Veba-Aktien des Bundes betrachtet. Der Kurs der Veba-Aktien stand zu Wochenbeginn stark unter Druck, am vergangenen Dienstag war das Papier zum Schluß mit 279 Mark rund vierzehn Mark billiger als am Vortag. Von der Euphorie, die vor einem knappen Jahr die Börseneinführung der Feldmühle Nobel begleitete, ist jetzt auf dem Parkett nichts zu spüren. Obwohl an der Veba aus Sicht der Börsianer gewiß nichts zu kritisieren sei, frage man sich doch, wer die rund drei Milliarden Mark, die die Aktienplazierung erfordert, aufnehmen soll, heißt es an der Börse. bm