Gerhard Stoltenberg macht Kasse. In der zweiten Märzhälfte, sagte der Finanzminister jetzt in Bonn, solle der restliche 25,55-Prozent-Anteil des Bundes am Grundkapital des Veba-Konzerns privatisiert werden. Damit kommen rund zehn Millionen Veba-Aktien im Nominalwert von gut 500 Millionen Mark auf den Markt. Es wäre der größte Aktienverkauf in der Börsengeschichte der Bundesrepublik, weit größer als die Börseneinführung des ehemaligen Flick-Imperiums durch die Deutsche Bank im vergangenen Jahr. Der Ausgabekurs soll nach den Worten des Ministers zwischen 270 und 310 Mark pro Aktie liegen, am vergangenen Montag kostete eine Veba 293 Mark an der Frankfurter Börse. Für Stoltenbergs Haushalt ist der Verkauf des Veba-Anteils ein wahrer Geldsegen; zwischen 2,7 und 3,1 Milliarden Mark kämen auf einen Schlag in die Kasse.

Mit den sinkenden Zinsen am Rentenmarkt werden auch die Hypotheken billiger. Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit kosten bei der DSL Bank, Bonn, jetzt effektiv 6,54 Prozent (zuvor 6,65 Prozent) pro Jahr und mit zehnjähriger Zinsbindung 7,48 Prozent (7,60 Prozent).

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Einigen Kunden des Düsseldorfer Börseninformationsdienstes Aktien-Börse steht möglicherweise Ärger ins Haus. Hans A. Bernecker, bis vor kurzem Eigentümer und Herausgeber des nach eigenem Bekunden „größten europäischen Börsenbriefes“, sitzt seit Dezember vorigen Jahres hinter Gittern. Die Staatsanwälte in Düsseldorf ermitteln gegen den Börsenexperten wegen des Verdachts auf Steuervergehen. Sogar eine von Bernecker angebotene Kaution in zweistelliger Millionenhöhe habe ihn nicht vor der Untersuchungshaft bewahrt, heißt es in Düsseldorfer Börsenkreisen. Zum Ärger manches Bernecker-Kunden gilt es als sicher, daß der Steuerfahndung bei den Ermittlungen auch Computer-Disketten in die Hände gefallen sind, auf denen Daten und Wertpapierdepotinhalte vieler Kunden gespeichert waren. Und die müssen nun mit peinlichen Anfragen der Finanzämter rechnen, ob denn Kursgewinne und Dividenden in der Steuererklärung auch immer korrekt aufgeführt wurden.

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Bis zum 23. Januar wird an den Bankschaltern eine neue Anleihe der Deutschen Bundesbahn – für Anleger börsenumsatzsteuerfrei – zum Verkauf angeboten. Das Papier hat bei einem Volumen von 1,1 Milliarden Mark eine Laufzeit von zehn Jahren. Der Emissionskurs beträgt 100 Prozent, und die Anleihe wird mit 6,125 Prozent verzinst. Die jährlich anfallenden Zinsen werden jeweils am 30. Januar gezahlt. bm