Für Börsianer sind die Umsätze am Aktien- und Rentenmarkt wichtige Informationen. Bisher wurden nur von bestimmten, an den vier größten deutschen Börsen in Frankfurt, Düsseldorf, München und Hamburg gehandelten Werten tägliche Umsatzzahlen veröffentlicht, aber das ist im Vergleich zu den Usancen an ausländischen Börsenplätzen eine eher magere Informationsquelle. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Wertpapierbörsen, Frankfurt, wird ab dem 2. Februar täglich den Gesamtumsatz aller acht deutschen Wertpapierbörsen veröffentlichen und damit diesen Mißstand beseitigen. Genau wie an den Börsen in London, Zürich und Amsterdam werden auch in der Bundesrepublik demnächst alle Käufe und Verkäufe am Aktien- und Rentenmarkt gezählt und zu Gesamtumsätzen zusammengezogen. Daneben wird die Arbeitsgemeinschaft künftig auch die Gesamtumsätze von siebzig ausgewählten in- und ausländischen Aktien veröffentlichen.

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Die Schuldenmanager des Bundes haben auf die Senkung der Leitzinsen durch die Deutsche Bundesbank schnell reagiert. Ab dem 27. Januar bringen die Finanzierungsschätze des Bundes, die Anleger ab tausend Mark börsenumsatzsteuerfrei kaufen können, bei einjähriger Laufzeit nur noch eine Rendite von 3,61 Prozent (zuvor: 3,75 Prozent) und bei zweijähriger Laufzeit 4,21 Prozent (4,43 Prozent). Das Konkurrenzangebot der Geschäftsbanken – Inhaberschuldverschreibungen – bringt in der Regel eine etwas bessere Verzinsung. Im Einjahresbericht zahlt etwa die Hamburger Vereins- und Westbank 4 Prozent, bei zweijähriger Laufzeit 4,5 Prozent.

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Eine neue Anleihe des Landes Nordrhein-Westfalen bietet für private Anleger eine Rendite von 6,30 Prozent. Über die Westdeutsche Landesbank (WestLB) werden vom 28. bis 30. Januar 900 Millionen Mark der Anleihe zum Kauf angeboten. Sie wird von den Banken ab 100 Mark gebühren- und steuerfrei abgegeben. Der Nominalzins ist 6,25 Prozent, der Ausgabekurs 99,65 Prozent. Das Papier hat eine Laufzeit von zehn Jahren, Rückzahlungstermin ist der 18. Februar 1997.

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Wer mehr über die Geldanlage am Rentenmarkt wisse will, sollte sich einen Termin vormerken. Am 19. März veranstaltet die Berliner Wertpapierbörse zusammen mit der Börsenzeitung zu diesem Thema das Berliner Börsenforum. Eintrittskarten gibt es bei allen Berliner Banken oder direkt von der Börse, Hardenbergstraße 16-18, Berlin.

bm