Von Rolf Michaelis

Vom dunklen Munde nahm ein Gott ihm die

Klage

Fortlebt sein Lied im nächtlichen Haus der

Schmerzen

Georg Trakl: "An Novalis"

Es gibt ihn, den Trakl-Ton. Wer auch nur ein Gedicht des Salzburgers gehört/gelesen hat, der am 3. Februar 1887 als viertes Kind des "Eisenhändlers und Hausbesitzers" Tobias Trakl am Waagplatz 2 – im Schatten von Mozarts Geburtshaus – zur Welt gekommen ist, wird den weichen Klang, "umschmeichelt vom Verfall", von "sanftem Wahnsinn", "ins Blaue versehnt", nie wieder aus dem Ohr, aus dem Blut kriegen.