Eine Reisegepäckversicherung verlängert sich automatisch bei unvorhergesehenen Ereignissen.

Der französische Eisenbahnerstreik zum Beispiel zwang deutsche Reisende, ihren Parisaufenthalt länger auszudehnen als geplant. Gilt in einem solchen Fall noch die kurzfristig abgeschlossene Reisegepäckversicherung, auch wenn die in dem Vertrag festgelegten Fristen überschritten wurden? Ja, sagt jetzt die Europäische Reiseversicnerung in München. „Die Dauer von kurzfristigen Reisegepäckversicherungen“, so Alfons Fischer von der Europäischen, „verlängert sich automatisch über die im Vertrag vereinbarte Laufzeit hinaus, wenn der Versicherte die Reiseverzögerung nicht zu vertreten hat und keine Möglichkeit zur Verlängerung der Vertragsdauer hatte.“

Entscheidend ist der Passus, daß „die Reiseverzögerung von Versicherten nicht zu vertreten ist“. Solche Umstände können sein: Erkrankung oder Unfall des Versicherten oder seiner Begleitperson während der Reise; Streik von Fluglotsen, Eisenbahnpersonal oder bei Schiffahrtslinien; Diebstahl der Ausweispapiere, ohne die eine Reise nicht fortgesetzt werden kann.

Im Schadensfall, Diebstahl des Gepäcks beispielsweise, muß der Versicherte mit der Schadensmeldung aber gleichzeitig „sachdienliche Nachweise“ erbringen, daß er sich tatsächlich in einer Ausnahmesituation befand, die es ihm unmöglich machte, die Reise zum vertraglich vereinbarten Datum zu beenden. Das heißt, der Reisende sollte sich bereits vor Ort mit schriftlichen Zeugenaussagen von Mitreisenden, Reiseleitern, Hotelpersonal oder der Polizei bestätigen lassen, daß der Skiort eingeschneit war, die Busfahrer streikten oder Eisregen einen Start des Flugzeugs unmöglich machten.

Veit Burgenländer