Die Textilwirtschaft hat schwer zu kämpfen. Sie kann in diesem Jahr wohl nur schwerlich die schon 1986 gerade einmal um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegene Produktion halten. Vor allem der niedrige Kurs des US-Dollars bereitet der Branche Kopfzerbrechen, weil sich dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der durchweg mittelständischen Betriebe verschlechtert hat. So sind die Einfuhren vor allem aus Niedriglohnländern schon deutlich angestiegen. Von Januar bis Oktober 1986 erhöhten sie sich mit 4,5 Prozent auf 32 Milliarden Mark fast doppelt so stark wie die Ausfuhren.

Auch nicht gerade rosig ist es um den Facheinzelhandel bestellt. In den Augen der Wirtschaftsforscher des Münchner Ifo-Instituts zehrt die Branche an der Substanz. Danach zählt das gutverdienende Fachgeschäft der gehobenen Betriebsgröße in vielversprechender Lage zu den Ausnahmen. In der Regel wird ein unzureichender Ertrag erwirtschaftet. Die Folge: Geschäftsaufgaben sind programmiert. Die Münchner Wirtschaftsforscher rechnen zwar vor, das 1986 erzielte nominale Umsatzplus von drei Prozent dürfte den Kostenanstieg zwar ausgeglichen haben, und auch in diesem Jahr kämen die günstigen Konsumaussichten zupaß. Doch der anhaltend scharfe Wettbewerb bringe wohl eine leichte Ertragsverschlechterung mit sich.

Düster sind zudem die Aussichten der Skibranche. Auch wenn das Skifahren der Bundesdeutschen liebster Sport ist, lassen sich die Bretter immer schlechter verkaufen. Wurden Anfang der achtziger Jahre immerhin noch jährlich 1,5 Millionen Paar verkauft, so waren es 1986 nur 1,1 Millionen. Überhaupt läuft das Geschäft mit Wintersportartikeln derzeit ausgesprochen schleppend. Im Winter steigt die Zahl der Arbeitslosen. Diese Faustregel beweist sich einmal mehr in diesem Jahr. Wegen der extremen Temperaturen fällt die Erwerbslosigkeit im Januar sogar überdurchschnittlich hoch aus. Normalerweise erhöhen sich die Arbeitslosenzahlen im ersten Monat des Jahres um zweihundert- bis zweihundertundfünfzigtausend. kah