DIE ZEIT

Die Schwäche des Mächtigen

Nun sorgt sich schon der sowjetische Generalsekretär um die Handlungsfähigkeit des amerikanischen Präsidenten. Gorbatschows eigehende Erkundigung bei einer hochrangigen Politikerdelegation aus Amerika verdeutlicht, welche Wellen Reagans Autoritätsschwund inzwischen schlägt.

Honecker mauert

Der neue Kurs im Kreml verwirrt nicht nur den Westen. Auch Moskaus Bruderstaaten geraten in einen irritierenden Sog. Die Verlegenheit der SED-Führung über Gorbatschows "Umgestaltung" ist mit Händen zu greifen.

Human

Wo immer und unter welchen Umständen Politik betrieben wird – Machtkampf findet allemal statt. Doch die Regeln und Gebräuche, nach denen dieser Kampf abläuft, variieren von Ort zu Ort; sie zeigen gewissermaßen das sittliche Niveau der Umgebung deutlicher an als jede Rhetorik.

Aus dem Schatten treten

Als er 1974 hessischer Kultusminister wurde, gab es nicht wenige, die darin ein Symbol für die damalige Zeit sahen: Nach unruhigen Jahren jetzt ausgerechnet ein ehemaliger Polizeipräsident als Minister für Hessens Schulen und Hochschulen.

Zeitspiegel

Fürs erste sieht es nicht danach aus, als ob Kurt Biedenkopf die Frontbegradigung viel nützen würde, die er mit seinem plötzlichen Verzicht auf eine Kandidatur für den Düsseldorfer Ministerpräsidentenposten im Jahre 1990 vorgenommen hat.

Worte der Woche

"Aber ich möchte vor allem Politik im Interesse der Arbeitnehmer durchsetzen. Die Öffnung zu den Grünen ist allein noch keine inhaltliche politische Aussage.

Um das Erbe Willy Brandts

Nach der Wahlniederlage vom 25. Januar braucht die SPD eine Führung, die in der politischen Mitte überzeugen und gewinnen kann

Vor den Enkeln kommen die Väter

Von "historischen Stunden für die SPD" ist öfters die Rede, wenn man an diesem turbulenten Dienstag, dem 10. Februar, mit den "Enkeln" von Willy Brandt spricht.

Ben Witter: Angetippt

Wer ist F. R. Brauer? Er kommt unter der Hand nur als der "kleine Mann" oder der "Mann auf der Straße" vor, und hätte sein Name schon einmal in der Zeitung gestanden, käme dahinter gleich sein Alter (71) und der Beruf: Malermeister (in Rente).

Wolfgang Ebert: Lange Gesichter

"Ja. Ich will aber nur meine FDP-Zweitstimme zurückhaben, die ich meiner CDU treulos entzogen habe, um der FDP über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen.

Das Leninsche Prinzip verwirklichen

Angesichts der Lage in den Ländem des Kapitals und ihrer negativen Auswirkungen, insbesondere auf die Dritte Welt, ist es geradezu ein Glück für alle Völker, daß mit dem siegreichen Oktober eine neue Epoche in der Geschichte der Menschheit begann.

BONNER BÜHNE: Mit System ins Labyrinth

Das ist ein Delta, ein Irrgarten, ein Labyrinth, wie von Dädalus erbaut. Sogar altgediente Bonner Beobachter haben Mühe, das verwinkelte System noch zu überschauen, nach dem die Koalitionsverhandlungen ablaufen.

Neuer Mann für die Rechte

Zwei Drittel der Delegierten plädierten mit ihrem Votum nachdrücklich dafür, die seit langem schwelende Krise innerhalb der stärksten Oppositionspartei zu beenden.

Ein Wohltäter?

Nicht nur Friedhöfe, auch Todesanzeigen spiegeln den Zustand einer Gesellschaft wider. Da erfuhren ahnungslose Zeitungsleser in Ulm, daß der Rechtsanwalt Gerhard Klopfer im biblischen Alter gestorben sei, "nach einem erfüllten Leben zum Wohle aller, die in seinem Einflußbereich waren".

Madrid: Wann ziehen die Amerikaner ab?

Der amerikanisch-spanische Streit belastet die Madrider Außenpolitik, die sich ohnehin wegen der Rebellion der Moslems in den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in heftigen Turbulenzen befindet.

Sirenenklänge, Unheilsgesänge

"Dagegen las ich fort und fort, vom Morgen bis zum Abend und tief in die Nacht hinein. Ich las immer deutsche Bücher und auf die seltsamste Weise.

Charles de Gaulle: ein Spieler, aber kein Hasardeur: Mit Träumen regiert

Er sprach von sich selbst gelegentlich in der dritten Person und sah sich dann als "eine Art Fabelwesen." Er hatte diesen General de Gaulle als Legende, aus Erlebtem geschaffen und arbeitete unaufhörlich weiter an diesem Bild – um es dann selbst zum Maßstab für sein weiteres Handeln zu nehmen.

Bitte keinen Arbeitskampf

Was Arbeitgeber und Gewerkschaften am Beginn der heißen Phase von Tarifverhandlungen sagen, sollten wir nicht zum Nennwert nehmen.

Weiter so?

In der Nacht vom 25. auf den 26. Januar geschah etwas Merkwürdiges. In den Bonner Parteizentralen diskutierten die Politiker noch den Ausgang der Bundestagswahl, da machte – draußen im Lande – die deutsche Wirtschaft eine seltsame Metamorphose durch.

Einheitswerte: Aufatmen

Hausbesitzer und ihre künftigen Erben können aufatmen: An der Besteuerung von Immobilien wird sich auf absehbare Zeit nichts Grundsätzliches ändern.

Heinz Blüthmann:: Null-Lösung auf dem Land

Es gibt keine gute Nachricht, nur eine schlechte: Das absurde Theater, das Bonner Regierungen seit Jahrzehnten für die Bauern auffuhren, wird verlängert – um vier Jahre, so ist zu befürchten.

Bonner Kulisse

Heinz Oskar Vetter, Europa-Abgeordneter und ehemaliger DGB-Chef, hat sich beim Deutschen Industrie- und Handelstag unbeliebt gemacht.

Umwelt: Schöner Schein

Strittige Themen gibt es genug in den gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen zur Neuauflage des konservativ-liberalen Kabinetts in Bonn.

Steuerreform: Streit um ein Symbol

Vor ein paar Monaten schien die Sache schon gelaufen. Hans H. Gattermann, FDP-Steuerexperte und Vorsitzender des Finanzausschusses im Bundestag, verkündete im Sommer, das von Finanzminister Gerhard Stoltenberg vorgelegte Steuerkonzept stimme "in allen wesentlichen Grundzügen" mit dem von der FDP verabschiedeten Steuerreformpaket überein.

Wie kommt der Butterberg in den Kühlschrank?

Acht Hamburger Großfamilien sind derzeit reichlich mit Butter versorgt. Große Blöcke stehen seit Tagen in den Kühlschränken, einst fünfundzwanzig Kilo schwer, inzwischen schon einiges leichter.

Fritz W. Scharpf und Helmut Schmidt stritten in der ZEIT über die wirtschafts- und währungspolitische Zusammenarbeit in Europa. Wolfgang Filc erweitert die Diskussion und fordert eine stärkere Kooperation der großen Industriestaate: Alle in einem Boot

/Von Wolfgang File Die Gefahr eines Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und Europa ist noch nicht gebannt. In Amerika und in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft wächst die Versuchung, die heimische Landwirtschaft und die Industrie gegen die Konkurrenz aus dem Ausland abzuschotten.

Italien: Auf verlorenem Posten

Einst war er der mit Abstand größte Mittelmeerhafen, heute drohen Genuas Kais zu Provinzanlegestellen zu verkommen. Schuld an der Misere haben die dreitausend Hafenarbeiter, die seit einigen Wochen Schiffe nur dann be- und entladen, wenn sie es wollen.

Ökobank: Turnschuhbankiers vor hohen Hürden

Endlich liegt er auf dem Tisch. Mit der Morgenpost trudelte der Architektenplan ein. Fein säuberlich gezeichnet, zeigt er die zweihundert Quadratmeter großen Geschäftsräume der Ökobank, so wie sie am "Tage X" einmal aussehen sollen.

Aachen-Münchener: Gies geht sammeln

Für ausgedehnte Spaziergänge im Aachener Stadtwald hat Helmut Gies keine Zeit mehr. Den Chef der Aachener und Münchener Versicherungsgruppe hält nämlich ein Termin auf Trab.

Zeit-Börse: Kein Grund zur Schelte

Blankes Entsetzen beherrschte seit Jahresbeginn die Szenerie an den deutschen Aktienbörsen. Bis Mitte der vergangenen Woche gingen die Kurse um fünfzehn Prozent zurück.

Markt-Report: Der Dollar diktiert

Während die Auslandsbörsen – allen voran New York – fast täglich neue Rekordkurse melden, sind die deutschen Aktien seit Jahresbeginn im Durchschnitt um 15 Prozent gefallen.

Keine Rede von Erosion

ZEIT: Herr Goehrmann, vor einem Jahr fanden erstmals zwei getrennte Hannover Messen statt, eine spezielle Computer-Ausstellung, die CeBit, und die traditionelle Industriemesse.

Manager und Märkte

Bei der diesjährigen Jahresversammlung der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf wich der Festredner, Hermann Josef Abs, von seinem Redemanuskript ab und nahm die von den USA ausgegangenen rauhbeinigen Übernahmepraktiken rücksichtsloser Firmenkäufer unter Beschuß.

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