DIE ZEIT

Provinz im Proporz

Einig wie seit Jahren nicht bescheinigen sich die deutschen Länderregierungschefs: Es ist vollbracht; die deutsche Medienlandschaft hat ihre deutschen öffentlich-rechtlicher und privater vollbracht; wissen nun, daß sie leben können.

Thema: Natur

Er hatte nichts von alledem, was einen Showmaster auszeichnet, keinen Witz, keine Wortgewandtheit, keine Ausstrahlung. Näselnd, unmelodiös, eher leiernd trug er den Text zu seinen Tierfilmen vor – und war doch einer der beliebtesten Stars auf deutschen Bildschirmen.

Prüfstand

Helmut Kohls Regierungserklärung hat zwei Adressaten, das allgemeine Publikum und die eigene Partei. Bei beiden will sie dasselbe erreichen: Sie soll das Ansehen des christlich-liberalen Bündnisses wieder aufpolieren, das durch die Koalitionsverhandlungen arg gelitten hat.

Lehrgeld

Seit knapp zwei Wochen rätselt alle Welt, wie und wohin die 480 Millionen Mark entschwunden sind, um die sich die Volkswagen AG betrogen fühlt.

Zeitspiegel

Zwei Jahre lang fungierte der Rechtsanwalt Jean-Paul Mazurier als Strafverteidiger des libanesischen Terroristen Abdallah in dem spektakulären Pariser Prozeß.

Worte der Woche

„Die Partei braucht einen Pfeil, Oskar Lafontaine könnte einer sein. Zum Pfeil gehört der Bogen, die Partei. Dieser durch und durch konservative Mann muß wissen, daß ohne den Bogen nichts geht.

Unmut im Regierungslager: Start verstolpert

Helmut Kohls Regierungserklärung: Selten ist das Kanzlerprogramm für die neue Legislaturperiode einem so großen Erwartungsdruck gerade aus den eigenen Reihen ausgesetzt gewesen wie dieses Mal.

Wolfgang Ebert: Kabinettstück

„Dieser verdammte Bangemann! Jetzt wollen sie doch noch einen Ministerposten mehr und bringen wieder alles durcheinander. Mir ausgerechnet den Möllemann anzubieten, damit er Minister für irgendwas wird.

Berliner FDP: Wahl-Eklat

Nach dem Eklat bei den Vorstandswahlen der Berliner FDP, die offenbar manipuliert wurden, ist die Partei wieder in dem desolaten Zustand, in den sie ihre verbissenen Flügelkämpfe Anfang der achtziger Jahre geführt hatten.

Sowjetische Medien: Kritik erwünscht

Der sowjetische Journalisten-Verband hat seine Mitglieder aufgefordert, sie sollten kritisch berichten und sich „energisch an den revolutionären Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft“ beteiligen.

Einer flog aus dem Falkennest

Fast hätte er 1980 ein Feinschmecker-Restaurant im schicken Washingtoner Stadtteil Georgetown aufgemacht. Aber die Politik ließ ihn nicht los, und Richard Perle wurde 1981 Abteilungsleiter im Pentagon für Internationale Sicherheitspolitik.

BONNER BÜHNE: Hohes Haus als Tollhaus

Seit es die Grünen im Bundestag gibt, gibt es auch wieder Rausschmisse. Was in den Anfängen der Republik fast ausschließlich den Kommunisten und Sozialdemokraten widerfuhr, passiert nun den neuen, ungezogenen Schmuddelkindern.

Finnland: Die Konservativen wollen in die Regierung

Vor vier Jahren hatten die Konservativen trotz Stimmengewinnen drei Mandate verloren. Ihre Träume, das damals siebzehnjährige Oppositionsdasein gegen einen Platz auf der Regierungsbank eintauschen zu können, waren geplatzt.

Verfolgt wie damals

Dan Kiesel, Sohn deutscher Juden, die vor der Deportation geflohen waren, lebt seit 1960 in der Bundesrepublik. Nach dem Medizinstudium in Israel und England war er seinen Eltern und Geschwistern hierher gefolgt.

Zeit für eine Denkpause

Ob die nach dem Plutonium-Unfall erneut unter Beschuß geratenen Hanauer Nuklear-Firmen Alkem und Nukem rechtmäßig betrieben werden, ob der Bonner Umweltminister die Rechtmäßigkeit per Bundesanweisung anordnen kann, das müssen jetzt unabhängige Juristen entscheiden.

Vom Schlag getroffen

Die Volkswagen-Vertretung Fleischhauer in der Bonner Friedrich-Ebert-Allee bekam am Wochenende hohen Besuch. „Damit uns niemand auf die Spur kommt“, so ein Teilnehmer, hatte das Präsidium des Aufsichtsrats des größten Automobilkonzerns in Europa diesen Ort gewählt, um von VW-Chef Carl H.

Bonner Kulisse

Die Idee der Freidemokraten, das Bonner Regierungskabinett etwas zu verfeinern, war an sich gut, hätte das doch den Sparwillen der Koalition auch einmal dort demonstriert, wo man ihn bisher am meisten vermißt hatte.

Bildschirmtext: Muffig

Die Idee war gut: Mit Bildschirmtext (Btx), dem elektronischen Dienst der Deutschen Bundespost, wurde ein Kommunikationsmittel geschaffen, das einzigartig ist auf der Welt.

Parlamentarier: Lustig

Was erwartet den Neu-Parlamentarier, wenn er seinen Bonner Posten antritt? Eine Einladung des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie.

Bier: Heilig

Traurig ist die Nachricht allemal, ein Schock ist sie nur für Stammtischbrüder. Das Luxemburger Urteil erlaubt die Einfuhr von Bier aus dem Ausland, Bier, das den Namen Gerstensaft nicht verdient, weil es aus etwas anderem gebraut wird als allein aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser.

Geschäfte mit Devisen

Devisen sind Bankguthaben in ausländischer Währung, und der Handel mit Devisen ist ein hektisches, nervenaufreibendes Geschäft, bei dem es um riesige Summen geht.

Nachts ist man am Grübeln

Der Job hat ihm mal Spaß gemacht. Aber das ist jetzt vorbei. Winfried Ebbing (40) geht nur noch mit Widerwillen ins Stahlwerk.

Markt-Report: Belastungsprobe steht bevor

Die Aufdeckung der betrügerischen Devisengeschäfte im Volkswagenwerk trifft den deutschen Aktienmarkt zu einem Zeitpunkt, an dem er ohnehin vor einer schweren Belastungsprobe steht.

Zeit und Geld: Spareckzins sinkt auf zwei Prozent

Der Spareckzins gerät in Bewegung. Die Deutsche Bank zahlt in ihren Münchner und Osnabrücker Zweigstellen seit vergangener Woche nur noch zwei Prozent Zinsen für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist.

Bank und Börse: Immer wieder etwas Neues

Nicht nur für viele Laien, sondern häufig auch für den Profi ist es schon erstaunlich, welche Phantasie die Finanzakrobaten in den Banketagen auf der Suche nach neuen Finanzierungsformen entwickeln.

Rechnen mit Solidarität

ZEIT: Die Ökobank, die auch alternative Betriebe fördern will, hat Schwierigkeiten. Der Gründungstermin der geplanten Genossenschaftsbank ist vom 1.

MANAGER UND MÄRKTE

Siemens-Chef Karlheinz Kaske kann wieder hoffen. In seinem Bestreben, einen Anteil an der französischen Telephonbaufirma CGCT zu übernehmen, hat er unverhoffte Unterstützung erhalten.

ZEITRAFFER

Das Bundeswirtschaftsministerium und der Bundesverband deutscher Banken beurteilen die konjunkturelle Lage weiterhin optimistisch.

„Ein Heereman läßt sich nicht kaufen“

Heereman: Ich bin bis Ende dieses Jahres Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Erst dann entscheidet sich, ob ich weitermache oder nicht.

AUFSICHTSRÄTE (IV): Mehr Arbeit, weniger Mandate

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob das zweistufige System deutscher Unternehmensverfassung, die Aufteilung der Unternehmensspitze in Vorstand und Aufsichtsrat, den Anforderungen besser genügt als das einstufige amerikanische Board System oder umgekehrt.

Insel der Vollbeschäftigung

Wer in der Schweiz vom „Problem“ der Arbeitslosigkeit spricht, vermeidet tunlichst den Blick über die Grenzen. Denn im Vergleich zu den Horrorzahlen in anderen europäischen Ländern nehmen sich die schweizerischen Ziffern geradezu bescheiden aus.

Der Käufer sieht oft alt aus

Die Vase sieht nach solider Handwerkskunst früherer Jahrhunderte aus: groß und schwer, mit ausladenden Rundungen und farbenprächtigem Blumendekor.

Antiquitäten: Auch Chinas Gräber öffnen sich

Als das kastanienbraune, glasierte Tang-Pferdchen in einer Grabkammer Chinas eingeschlossen wurde, um dem Verstorbenen das Reisen im Jenseits zu erleichtern, konnte niemand ahnen, daß es tausend Jahre später, versehen mit einem Preisschildchen für 280 000 Hongkong-Dollar (rund 70 000 Mark), schließlich in Hongkongs Hollywood Road im Schaufenster des Lausanner Antiquitätenhändlers Manfred Schoeni ankommen würde.

Die Hauptmitwirkenden

John Dollard (1900-1981), amerikanischer Psychotherapeut und Psychologe, Universität Yale...................................

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