DIE ZEIT

Das Eis bricht

Die Supermächte reden über vielerlei Themen: Abrüstung, Regionalkonflikte in der Dritten Welt, Umweltfragen; die Amerikaner verringern den Sanktionsdruck auf die Sowjetunion; die neue Kremlführung gibt sich milder im Umgang mit Dissidenten.

Ampel auf Rot

Das Bundesverfassungsgericht ist dem größten Steuerzahler der Bundesrepublik in den Arm gefallen: Daimler-Benz darf die im Main-Tauber-Kreis bei Boxberg geplante Automobil-Teststrecke – jedenfalls vorerst – nicht bauen.

Eines Deutschen Sonderweg

Die Großen straucheln im Kleinen............................................................................................

Stein des Anstoßes

In dieser historischen Phase hätte ich mich gern beteiligt. Und vielleicht werde ich es auch noch tun", sagte Margarita Mathiopoulos.

Mancher Gernegroß hat mitgeschubst

Ich stehe für diese Abart von Auseinandersetzung nicht mehr zur Verfügung ... ich verlasse die Brücke, aber ich gehe nicht von Bord.

Ein Pflichtmensch an die Spitze

Es wird dauern, bis Hans-Jochen Vogel die Partei annähernd so personifiziert, wie das Willy Brandt lange gelang. Nach dieser fast ein Vierteljahrhundert währenden sozialdemokratischen Ägide muß jeder Nachfolger in übergroße Schuhe schlüpfen.

Die Tschechoslowakei vor Reformen?: In Prag kam ein Stein ins Rollen

Die Tschechoslowakei erlebt den kältesten März seit Jahrzehnten. Und doch ist in diesen Tagen der Eindruck entstanden, als ob ein Hauch vom Prager Frühling, der 1968 von sowjetischen Truppen gewaltsam beendet wurde, nun auch das politische Leben der Moldau-Metropole wiederbeleben könnte.

Genfer Abrüstungsverhandlungen: Null Bock auf Null?

Der Skepsis folgte die Überraschung auf dem Fuße, der Hoffnung die Ungeduld. Vor wenigen Wochen noch schien es, als hätten die vor sich hin dümpelnden Verhandlungen der Weltmächte über die Beseitigung der Mittelstreckenwaffen in Europa endlich einen neuen, kräftigen Schub vorwärts erhalten.

Wolfgang Ebert: Frühlingserwachen

Als der Kanzler in seiner Regierungserklärung auf den Schnee von gestern zu sprechen kam und erneut die Eis-Erblast seines Vorgängers erwähnte, traf ihn, während er sich anschickte, das Blaue vom Himmel zu versprechen, ein wohlgezielter Schneeball aus den hinteren Reihen des Sitzungssaals, worauf Vizepräsident Stücklen sofort von einem Terrorangriff sprach und dem Grünen Kleinen, der zur fraglichen Zeit im Bundestagsrestaurant ein Eis verspeiste, die rote Karte zeigte, wohingegen Norbert Blüm nur mit einem Eiszapfen drohte.

Gewalt auf den Philippinen: Hilflos im Teufelskreis

General Fidel Ramos läßt den Reporter noch einige Minuten warten. Während die Kollegen vom italienischen Fernsehen in dem weiträumigen, holzgetäfelten Büro des Stabschefs der philippinischen Streitkräfte ihre Scheinwerfer ausrichten und ihr Mikrophon auf dem Schreibtisch plazieren, wird ein Anruf aus dem Malacañang-Palast durchgestellt.

Berliner FDP: Klärung

Zumindest herrschen bei der Berliner FDP nun klare Fronten. Walter Rasch, ein Mann der Mitte mit Sympathien auch beim linken Flügel, erhielt 132 von 250 Stimmen.

Rom: Blutspur des „Euro-Terrorismus“

Die Roten Brigaden, die inzwischen unter anderem Namen operieren, waren schon nahezu totgesagt worden von jenen politischen Gesundbetern, die in Italien auch sonst relative Stille mit Stabilität verwechseln.

Wahlkämpfer im Wasserwerk

So recht zufrieden mit der Bonner Koalition sind nicht einmal ihre treuesten Freunde. Daß der SPD-Abgeordnete Horst Ehmke am Ende der Debatte über die Regierungserklärung zu dem Urteil kam, da sei „die Rahmsoße der guten und edlen Absichten über die kärglichen Ergebnisse der Koalitionsvereinbarung“ gegossen worden, wundert nicht.

Anschlag auf die Rheinarmee

Bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der britischen Rheinarmee in Mönchengladbach wurden am Montagabend 31 Menschen verletzt.

Mit der List des Fuchses

Fast achtzig Jahre alt und kein bißchen müde: Viktor Paz Estenssoro, zum fünften Mal Präsident Boliviens, hat nichts von seinem Selbstbewußtsein und seiner zähen Geduld verloren.

Die moderne Demokratie basiert auf einer Kräfteverteilung zwischen Machtinhabern, Kontrolleuren und Wählern. Den politischen Akteuren stehen unabhängige kritische Journalisten und aufgeklärte, umfassend informierte Bürger gegenüber – so sollte es sein.: Diener des Systems

Auf dem überfüllten Tanzparkett treten sich die Paare beim Foxtrott auf die Füße: Friedrich Nowottny und die First Lady, der Bundeskanzler und seine Frau, Dagmar Berghoff und Manfred Wörner, und viel andere Prominenz aus Politik und journalistischem Showbiz.

Manipulation mit Ausweisen: Bleich gewaschen

Berliner Bürger, die sich vor dem 1. April noch rasch einen neuen Personalausweis ausstellen lassen wollen, müssen auf der Hut sein: Ihr Gang zur Meldestelle könnte in einem Gerichtssaal enden.

Zum Zwecke der Landesverteidigung

Paul Graumann hat Sinn für blumige Vergleiche: „Lassen Sie sich mal den Arm abhacken, damit die Raubtiere im Zirkus was zu fressen haben.

Nebentätigkeit: Falsches Kreuzchen

Gerd S. rutscht nervös auf der Anklagebank im Saal 192 des Hamburger Amtsgerichts herum. Er versteht nur wenig von dem, was der Staatsanwalt ihm in seiner trockenen Juristensprache vorwirft.

Zur deutschen Frage: Wiedervereinigung hatte nie Priorität

Ob die „deutsche Frage“ offen ist oder nicht, darüber gibt es hierzulande immer wieder Spekulationen und Diskussionen. Wer sie für offen erklärt, muß notwendigerweise im Revision des Status quo zielen, in welcher Form und in welchem zeitlichen Rahmen auch immer.

... aber doch Wahrheit genug

Bei Kriegsende, schon am 2. Mai 1945 wendete sich der Bischof von München und Freising, Kardinal Michael von Faulhaber, an den Klerus seiner Diözese, um das himmelschreiende Unrecht zu beklagen, das in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau geschehen war.

Kardinal Louis Prince de Rohan: Barocke Pracht in Ettenheim

In der Kirche des kleinen badischen Ortes Ettenheim. wurde im Jahre 1888 bei Bauarbeiten ein unscheinbares Grab geöffnet. Die Anwesenheit des Pfarrverwesers sowie von Gemeinde- und Staatsbeamten verdeutlichte, daß der Tote als außergewöhnliche Persönlichkeit gegolten hatte.

Europa: Traum oder Museum?

Die „Europäische Frage“ beschäftigt Politiker und Publizisten bis zur Erschöpfung, aber – Europa, wo liegt das eigentlich? Unter diese provozierende Frage stellt der Mainzer Politologe Professor Werner Weidenfeld das einleitende Kapitel des von ihm herausgegebenen Buches über die „Identität Europas“.

Verdammt zur Harmonie

Es war eine Routinesitzung des Aufsichtsrats, schon vor einem Vierteljahr festgelegt. Doch die Tagesordnung, die die Mitglieder des hochkarätig besetzten Gremiums am Montag dieser Woche abzuhandeln hatten, war brennend aktuell und ihre Brisanz vor drei Monaten kaum vorhersehbar.

Auf der richtigen Spur

Die Aufregung ist gewaltig. Wolfgang Roth (SPD) witterte die „zynische Verhöhnung“ der Lebensinteressen ganzer Regionen an Rhein, Ruhr und Saar.

Zinsen: Eitle Fragen

Mit den Zinsen ist das eine eigene Sache. Bekommen möchte man natürlich möglichst hohe und zahlen – klar – am besten keine. Sind die Zinsen hoch, frohlocken die Sparer; sind sie niedrig, freuen sich die Kreditnehmer.

Bonner Kulisse

Gibt es in der Bundesregierung niemanden, der Martin Bangemann gelegentlich eine Nachhilfestunde zur Steuerreform geben könnte? Bei der Aussprache zur Regierungserklärung zeigte der Wirtschaftsminister nämlich, daß er immer noch irrige Vorstellungen von der Wirkung des Spitzensteuersatzes hat.

Heinz-Günter Kemmer:: Kumpels als Geiseln

Johannes Rau wird sich wohl schon bald ritueller Beugeübungen befleißigen müssen. Denn Bundesregierung wie unionsgeführte Länder erwarten von ihm die Rückkehr zur Formel „Kohle und Kernenergie“.

Entwicklungshilfe: In den Wind

Die Botschaft, die Bundespräsident Richard von Weizsäcker anläßlich der Fastenaktion von Misereor kürzlich vermittelte, ist in der deutschen Öffentlichkeit allenfalls beiläufig zur Kenntnis genommen worden, Dabei war sie ein wichtiger politischer Beitrag zur Entwicklungshilfe.

Karriere: Auf dem Weg zum Millionär

Er ist achtzehn Jahre alt und hat ein klares Ziel vor Augen: "In den nächsten Jahren will ich mehrfacher Millionär werden." Viele wollen das, vor allem in seinem Alter.

Metaller machen mobil

Über einen Punkt sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaften einig: Um Ostern herum wird sich entscheiden, ob es in der Metallindustrie in diesem Jahr einen Arbeitskampf gibt oder nicht.

Zeitliches aus Brüssel: Geld für das Image

Das Europa-Image ist ramponiert: Milchseen und Butterberge, protestierende Bauern und schlappe Umweltschutzgesetze wollen die Bürger der mittlerweile zwölf Staaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) partout nicht als Erfolge anerkennen.

Flugtarife: Angst vor dem freien Fall

Was die neue Zeit die Lufthansa kosten wird, darüber mag sich ihr Chef, Heinz Ruhnau, heute noch nicht im Detail auslassen. Fest steht nur, daß die alten Zeiten vorbei sind, in denen die deutsche Staatsfluglinie Lufthansa so auskömmliche Preise für ihre Flüge nehmen konnte wie bisher.

Gütesiegel für Spaghetti

Die deutschen Bierbrauer haben mit ihrem Kampf um das Reinheitsgebot auch unsere Interessen verteidigt, erkennen Italiens Spaghetti-Hersteller zwei Wochen nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Liberalisierung des Bierhandels in der Bundesrepublik an.

Zeitliches aus Nienburg: Arbeit und Würde

Da soll noch einmal einer kommen und sagen, deutsche Richter seien lebensfremd oder wenigstens volksfremd oder auch nur sprachfremd in dem Sinne, daß sie nicht wüßten, was man da so hört, wenn man dem Volk aufs Maul schaut.

Markt-Report: Veba als Lokomotive

Die Befürchtungen, die Restprivatisierung der bisher im Bundesbesitz befindlichen Veba-Aktien würde sich als schwere Belastung für den deutschen Aktienmarkt erweisen, waren grundlos.

Stoltenberg macht Kasse

Roth: Nein. Vor einem Jahr wäre etwa eine Milliarde Mark mehr als heute zu erlösen gewesen. Ich meine, der Finanzminister hat jetzt einen völlig falschen Zeitpunkt gewählt.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Verwirrspiele um die Maxhütte der Oberpfälzer Tochter des Klöckner-Konzerns dauern nun schon mehrere Jahre – sie halten die bayerischen Politiker in Atem.

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