Wer individuell nach Brasilien reisen möchte, sollte Inlandflüge und Hotels bereits zu Hause buchen. Sonst könnte der Urlaub mit einem Fiasko enden.

Vehement hat Brasilien in den vergangenen Jahren für seine touristischen Attraktionen geworben. Der Fremdenverkehr nämlich bringt dem Land nach dem Kaffee-Export die meisten Devisen. 1986 haben 1,9 Millionen ausländische Touristen Brasilien besucht. Ihre Ausgaben betrugen in diesem Zeitraum 1,8 Milliarden Dollar. Mit dem einsetzenden Touristenboom aus Amerika und Europa konnte die Infrastruktur jedoch nicht Schritt halten. Die instabile wirtschaftliche Lage dieses flächenmäßig größten Staates Südamerikas behindert den Ausbau und hält die erwünschten ausländischen Investoren fern.

Von den Engpässen auf den beliebtesten Reiserouten waren in den zurückliegenden Monaten auch Pauschalurlauber betroffen. Inzwischen habe sich die Lage jedoch entspannt, versichern die größten Brasilien-Anbieter.

Gleichwohl sollten Individualtouristen auf alle Fälle Hotels und Inlandflüge bereits mit festen Terminen im Reisebüro buchen. Dieser Rat gilt auch für den preiswerten Brazil-Air-Paß, der nur in der Bundesrepublik gekauft werden kann. Das Vielflieger-Ticket für 330 US-Dollar hat innerhalb Brasiliens 21 Tage Gültigkeit. Gegenwärtig werden Vorausbuchungszeiten von zwei Monaten empfohlen. Transatlantikflüge zum Holiday-Tarif, wie sie die Lufthansa und die brasilianische Airline Varig anbieten, kosten derzeit 2499 Mark.

Seit deutsche Veranstalter mit ihrer Klientel per Charterflug Brasilien ansteuern, haben sich die Preise deutlich ermäßigt. Eine dreiwöchige Rundreise kostet während der Sommermonate etwa 4500 Mark. Sie ist damit jedoch noch immer rund tausend Mark teurer als ein vergleichbarer Urlaub in Fernost, beispielsweise in Thailand.

Es gehört zu den Widersprüchen des Tourismus, daß der Reisende oft von Situationen profitiert, die das Dilemma des Landes ausmachen. Letztes Jahr, als nach dem Cruzeiro-Plan die Preise eingefroren wurden, hatten die Brasilianer ausreichend frei verfügbares Geld, um selbst zu reisen. So kam es zu Überbuchungen bei Hotels und Flügen. Jetzt müssen sie wieder zurückstecken und der Tourist wird weniger Grund zu Reklamationen haben. No.