Der Sondergewinn aus dem Kauf und Weiterverkauf des Flick-Konzerns hat die Deutsche Bank zu einem gut ausgewogenen „Geschenkpaket“ animiert: Die Aktionäre kassieren zusätzlich zu ihrer Dividende von zwölf Mark pro 50-Mark-Aktie einen Bonus von fünf Mark, zusammen mit der anrechenbaren Körperschaftsteuer von 9,56 Mark also einen Gesamtbetrag von 26,56 Mark.

Die über 41 000 Beschäftigten der größten deutschen Geschäftsbank dürfen sich über eine einmalige Zahlung von 75 Prozent eines Monatsgehaltes freuen.

Und auch die Öffentlichkeit soll (außer durch die nach dem Milliardendeal bereits gezahlten Steuern) noch einmal von Flick profitieren. An diesem Montag beschloß der Aufsichtsrat die Gründung einer mithundert Millionen Mark ausgestatteten Stiftung „Hilfe durch Selbsthilfe“, die über die Zweigstellen der Bank in Not geratenen Bürgern finanziell auf die Beine helfen soll.

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Was die zum Konzern des Kölner Abschreibungskünstlers Renatus Rüger gehörende WITAG Westdeutsche Immobilien-Treuhand AG nicht zahlen kann, soll jetzt das Land Nordrhein-Westfalen berappen.

So stellt es sich jedenfalls der Kölner Anwalt Fritz Rosenberger vor, der ursprünglich für mehr als 130 Klienten Forderungen gegen die WITAG einzuklagen versuchte. Diese hatten sich an Grundstücksfonds zum Bau zweier Hotels in Spanien beteiligt, die sehr viel teurer wurden und sehr viel weniger abwarfen, als die Rüger-Firmen in ihren Prospekten versprochen hatten.

Das Oberlandesgericht Köln hat inzwischen die Forderungen mehrerer Kläger anerkannt, aber bei der WITAG ist nichts mehr zu holen. Diese hat inzwischen Vergleichsantrag gestellt; ihr wesentliches Vermögen – eine Forderung gegen die Rüger-Holding Intergrund – ist von 5,1 auf 3,1 Millionen Mark geschrumpft.