/ Von Gerhard Seehase

Es sei ihm "völlig piepe", sagt er, wie andere darüber denken. Er jedenfalls würde für eine Theaterkarte "nicht den kleinsten Umweg machen": "Aber für ein komisches Pony, das ich für meinen Stall haben möchte, würde ich 500 Kilometer fahren."

Ein Leben lang hat Hein Bollow, heute 66 Jahre alt, mit Pferden zu tun gehabt. Als Jockei brachte er es auf 1033 Siege. Viermal gewann er das Deutsche Derby: 1953 mit "Allasch", 1954 mit "Kaliber", 1956 mit "Kilometer", 1962 mit "Herero".

Am 1. Januar 1964 begann er seine zweite Karriere. Als Trainer. In eigener Regie, ohne Angestellten-Verhältnis etwa bei einem Gestüt. Aber die Gestüte stellen ihre Pferde gern in die Boxen des ehemaligen Jockeis.

"Ich hatte von Anfang an ein volles Haus", sagt er. 1974 bekam er auch als Trainer "seinen" Derby-Sieg. Mit "Marduk".

"Das war vielleicht ein robustes Pferd", schwärmt er noch heute. "Wenn da ein Stallbursche sein Käsebrot in der Box liegengelassen hätte, Marduk hätte es gefressen. Ohne Nachwirkungen."