Wie Börsianer denken, wird wohl auf ewig eines der unergründlichen Geheimnisse bleiben. Als vor gut einem Jahr Friedrich-Karl Flick sein Imperium an die Deutsche Bank verkaufte, rissen sich die Anleger um die Aktien des größten deutschen Bankhauses. In den Wochen um die Jahreswende 1986 stieg der Kurs des Papiers schier unaufhaltsam in die Höhe. Die Börsianer balgten sich – auf eine satte Teilhabe an diesem lukrativen Geschäft hoffend – sogar noch bei Kursen von über 900 Mark um die Aktien.

Nun ist aus der Hoffnung Gewißheit geworden. Neben zwölf Mark Dividende gibt es einen Flick-Bonus von fünf Mark. Inklusive Steuergutschrift erhalten die Aktionäre also genau 26,56 Mark pro Aktie von der Deutschen Bank.

Das kann sich gewiß sehen lassen, aber was geschieht mit dem Papier an der Börse? Nichts. Knapp 680 Mark kostete die Aktie am vergangenen Dienstag, weit weniger als vor der Bekanntgabe des Geschäfts, und nichts deutet darauf hin, daß ihr besondere Aufmerksamkeit zuteil wird.

Was mag in den Köpfen der Börsianer vorgehen, die sich jetzt anders als vor Jahresfrist nicht für diese Aktie interessieren? Vielleicht gar nichts? bm